Kelty-Schoßharfe und ein paar Glissando-Harfen

Kelty-Schoßharfe und ein paar Glissando-Harfen

Beitragvon SoTo » Fr 29. Sep 2006, 12:13

Kann mir jemand etwas zu den folgenden Harfen sagen?
Studio Bausatz 29 Nylon (Glissando) für 860 Euro
Limerick Bausatz 26 Nylon (Glissando) für 640 Euro
Kelty Schoßharfe (Fischer Harfen) mit Kipphebel (ist das das gleiche wie Klappen oder Haken?) für 600 Euro.
Kann man bei den Bausätzen Klappen einbauen? Hat jemand Erfahrung mit den Harfen? Mir ist schon klar, dass sie qualitativ wahrscheinlich nicht die besten sind, aber ich kann mir ansonsten wohl gar keine leisten und will sie nur für den Anfang zum Üben.
Danke! Sonja
SoTo
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Beitragvon Azalea » Di 3. Okt 2006, 17:43

Hallo Sonja,
ich habe eine Limerick selbst gebaut. Die Vorteile sind natürlich der Preis und dass man die Harfe selber 'personalisieren' kann (aber das kannst du auch bei den Baukursen.
Klappen kannst du nach der Einspielzeit problemlos montieren (lassen). Da ich den Bausatz direkt beim Hersteller in Amerika bestellt habe, habe von dort auch die Klappen gekauft - da kam nochmal etwa 240 Euro drauf.
Der Nachteil: Du musst schon jemand mit Erfahrung und Werkzeug für Holzverarbeitung an der Hand haben - mein Vater hat glücklicherweise einen gut ausgestatteten Hobbykeller.
Der Kasten hat nicht gebrochene Kanten (werde ich wohl mit einer Oberfräse noch nachharbeiten) und dadurch drücken sie sich in die Oberschenkel und das rechte Handgelenk. Ausserdem sind die 26 Saiten doch etwas beschränkt - im Unterricht spiele ich auf einer 36-saitigen und zuhause kann ich die unterste Oktave nicht spielen - aber das ist ein grundsätzliches Problem einer kleinen Harfe.
Ausserdem hat die Limerick keine Harfenwirbel sondern Zitherwirbel. Harfenwirbel sind teilweise konisch, gehen ganz das Holz und werden von der saitenabgewandten (linken) Seite gestimmt; Zitherwirbel sind mit einem sehr feinen Gewinde in das Holz eingedreht und werden von der Saiten-Seite (rechts) gestimmt. Da sich Zitherwirbel beim hochstimmen weiter in das Holz schrauben muss man darauf achten beim Saitenwechsel den Wirbel wieder ganz herauszuschrauben.
In Endeffekt bin ich ganz zufrieden mit der Harfe um zu lernen, aber ich spare mir Geld für eine grössere Harfe zusammen.
Tschau
Corinna
Zuletzt geändert von Azalea am Di 3. Okt 2006, 17:45, insgesamt 1-mal geändert.
Azalea
 

Beitragvon Corinna » Mi 4. Okt 2006, 21:37

HIhi!!! :_cheesy_: also:die Kelty Schoßharfe von Fischer hab ich heute erst gesehen und darauf gespielt....ich fand sie supersüüüüüüüüß und klanglich gibt sie erstaunlich viel her! sie hat 650 euro gekostet; ohnen Haken kostet sie laut Fischerprospekt 480 euro- und da die Harfe eh so wenig Saiten hat,kann man die doch eigentlich immer in die passende tonart stimmen! auf der harfe wird man vermutlich eh sehr wenige stücke mit tonartwechsel während des stücks spielen (können)!also wenn ich nicht fest den plan hätte mir in absehbarer zeit mal bei nem baukurs selber ne harfe zu bauen,dann würde mich die kelty echt voll "anlachen"!sie ist auch ein schöner blickfang ( aber zu diesem zweck kann man ja ne harfe aus pakistan ( siehe dieses thema im forum)kaufen) viel erfolg bei Harfenkauf,deine Corinna ( lustig,dass es hier im Forum 2 Corinnas gibt,oder) :_grin_:
Corinna
 

Beitragvon Corinna » Mi 4. Okt 2006, 21:42

Ach,da fällt mir noch was ein: man braucht für einzelne tonartwechsel ( wenn die harfe keine haken hat) eigentlich keine haken,denn mit etwas feingefühl kann man oberhalb derSaitenhalterung und unterhalb des wirbels auf die saite drücken und sie somit um einen halbton erhöhen! musste das mal in der Höhe machen,da dort keine drehscheiben mehr angebracht waren ( bei meiner Daphne 40,lang ists her) und es hat prima geklappt. also meiner meinung nach kann man auf die Klappen bei einer schoßharfe echt verzichten,im notfall kann man sie später noch draufmontieren lassen! Tschüss :_smiley_:
Corinna
 

Beitragvon SoTo » Do 5. Okt 2006, 12:43

Hallo Ihr zwei Corinnas :_wink_:
danke für die Anworten, das hilft schon sehr weiter. Noch eine ganz blöde Frage: Woran erkenne ich diese Pakistan-Harfen? Die Harfen von "Folkfriends" sind sicherlich sowas, oder? Vielen Dank und viele Grüße.
Sonja
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Beitragvon Martina » Do 5. Okt 2006, 14:58

Genau, das sind sie. Die von anderen Anbietern sehen fast genauso aus.
Man erkennt sie auch daran, dass sie immer als "Rosenholz mit echten Intarsien" angepriesen werden. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass das keine Intarsien sind (ich meine, das Wort "Intarsie" bedeutet was anderes - "Einlegearbeit", aber obwohl die Pakistan-Harfen reich verziert sind, haben sie keine Einlegearbeiten).
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Beitragvon SoTo » Do 5. Okt 2006, 15:48

Danke, das ist gut zu wissen. Aber wenn die immer als "Rosenholz mit Intarsien" beschrieben werden, wie sieht's denn dann mit der Harfe auf der gleichen Seite in der Klassik-Serie aus: Harfe 19 Saiten mit Tasche; "Diese 19-saitige Harfe eignet sich hervorragend für Unterwegs. Das Instrument hat eine Größe von 81 x 41 cm. Eine gepolsterte Tasche ist dabei. Die Harfe hat einen Palisanderrahmen, Pilgrim Halbtonklappen und ein massives Fichtenklangbrett. Das Instrument hat einen runden Rücken.
Das Preis-Leistungsverhältnis ist unschlagbar!" Ich hab keine Ahnung, aus was für einem Holz Harfen sein müssen/sollten/können... :_huh_:
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Beitragvon Bernhard » Do 5. Okt 2006, 16:31

Die "Classic-Serie" wird bezeichnet mit Palisander Rahmen........Palisander kann ja so nicht sein.
Schonmal wegen dem Artenschutz und diversen Ausfuhr und Einfuhr Verboten.
Das spricht dann nicht unbedingt für eine europäische Herstellung würde ich sagen.

Rosenholz ist eine Bezeichnung für eine Palisander Art.

Aber ich kann es nicht sagen, ob es sich um die sog. "Paki-Harfen" handelt.

Intarsien sind Einlegearbeiten...wie Martina richtig schreibt.
In dem Fall sind es Reliefs..würde ich sagen..oder besser Schnitzarbeiten.

Grüße
Zuletzt geändert von Anonymous am Do 5. Okt 2006, 16:34, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Martina » Do 5. Okt 2006, 16:51

Also mit Folkfriends wäre ich vorsichtig. Es sind Großhändler, keine Instrumentenbauer. Wenigstens würde ich nichts kaufen, ohne es mit einem Fachmann begutachtet zu haben. Ich weiß nicht, ob alle Instrumente von ihnen schlecht sind - ich möchte keinem Unrecht tun! Aber meistens hat es einen Haken, wenn Instrumente allzu preiswert sind. Niemand wird ein Meisterinstrument verschenken.

Weißt du, ich habe ein bisschen Erfahrung mit Asia-Instrumenten aus unserem Laden. Sie müssen nicht unbedingt schlecht sein. Aber wenn man bedenkt, dass im Verkaufspreis noch Transportkosten aus Asien, sowie ein Koffer und Zubehör enthalten sind und dass die Zwischenhändler auch schon gut daran verdient haben, dann kann man sich ausrechnen, was das Instrument in der Herstellung gekostet hat. Ein Meisterinstrument ist da nicht zu erwarten. Ob man mit dem Instrument dann leben kann, muss man entscheiden, wenn man es wenigstens mal angespielt hat.

Harfen können aus allen möglichen Hölzern sein. Das ist ein ganz spannendes Thema. Gib mal in die Suche "Holz" oder "Fichte", "Zeder" und "Palisander" oder "Rosenholz" ein. Im Forum stehen nämlich schon ganz interessante Beiträge von Harfenbauern zu diesem Thema.
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Beitragvon Anandaprema » Di 15. Jul 2008, 11:47

Hallo Sonja,

wenn du auch bis etwas über 800 Euro gehen kannst, schau dir doch mal die IONA von Bernhard Schmidt an. (http://www.harfenbau.de/) Ich habe dich so verstanden, dass du hauptsächlich deshalb an einem Bausatz interessiert bist, weil sie günstig sind.

Oder: Man kann ja auch Harfen beim Harfenbauer selbst bauen. Das ist dann meist ein wenig teurer (inkl. Unterkunft usw.), aber die Harfen sind besser als ein Bausatz, den man alleine zusammen zimmert.

Vielleicht bist du aber auch handwerklich begabt und kannst das alleine.

Am Besten man überstürzt nichts, auch wenn das Warten auf die Harfe schwer fällt.

Ich wünsch dir alles Gute - am Ende findest du bestimmt genau das Richtige für dich. :_cheesy_:

Liebe Grüße
Sabine
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John Egan aus Kirschholz (Bj. 2000, die Harfe hat mir Jürgen in einem Baukurs bei Frank Sievert gebaut)

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