Sicherer Singen durch: Singen!

Sicherer Singen durch: Singen!

Beitragvon Martina » Di 20. Jul 2010, 21:47

Ich möchte kurz was erzählen, um allen Mut zu machen, die sich nicht trauen zu singen, weil sie denken, ihre Stimme wäre zu schwach oder sie würden keine Texte kennen oder was weiß ich.

Ich habe eigentlich schon immer ganz gern gesungen, aber es war mir peinlich, wenn mich jemand dabei gehört hat. Texte konnte ich auch keine.
Vor einem Jahr ist meine Tochter geboren, und mit ihr habe ich von der Schwangerschaft an ganz viel gesungen. Wenn sie geschrien hat (also, das war dann schon nach der Geburt ;-) )und mir langsam der Kragen zu platzen drohte ... dann hat das Singen Marie beruhigt und mich selbst auch (ehe man vor Hilflosigkeit das schreiende Kind an die Wand klatscht: atmen! Herzklappen öffnen! Blutdruck senken! ... das geht singend am besten).

Wir singen alles, was wir tun, und ich bin inzwischen auch eine versierte Stegreifdichterin. Ideal ist z. B. die Melodie "Horch was kommt von draußen rein", die passt in jeder Lebenslage:

"Wir ziehn jetzt einen Body an - hollahi, hollaho - damit man nicht mehr frieren kann - hollahiaho"
"Wo mag denn nur der Papa sein - hollahi usw. - er ist ja noch nicht daheim - hollahiaho"
"Die Mary will jetzt schlafen gehn - hollahi usw. - morgen werden wir uns sehn - hollahiaho"

Wir singen beim Anziehen, beim Baden, vor, während und nach dem Schlafen, beim Spielen usw. Manchmal singe ich für Marie den "Schlechte-Laune-Blues". Da kommt es nicht auf die Melodie an, Hauptsache ich übertöne mein heulendes Kind :_grin_: :_grin_:

Volkslieder singen wir auch ganz viele, und es ist enorm, was so alles an Texten von der Schulzeit allmählich wieder hochkommt, wenn man jeden Tag singt! Ich kann von etlichen Liedern jetzt 4 oder 5 Strophen, die ich vergessen zu haben meinte.

Und was glaubt ihr: Jetzt, nach einem Jahr, habe ich keine Hemmungen mehr zu singen (die Leute müssen manchmal denken, ich hab sie nicht mehr alle, wenn ich mit meinem "Tragetuchpaket" vor dem Bauch hin und her schwanke und singe ...), und meine Stimme ist tatsächlich auch kräftiger geworden.

Also: Singen, Singen, Singen!
"Das Wenige, was du tun kannst, ist viel." Albert Schweitzer
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Martina
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Re: Sicherer Singen durch: Singen!

Beitragvon kragi » Di 20. Jul 2010, 22:08

Weißt Du, Martina,

ich finde, es wird in der Öffentlichkeit viel zu wenig gesungen. Ist ja auch an etlichen Stellen ausdrücklich verboten. Schon mal die Hausordnung für Bahnhöfe und Züge gelesen?

Wenn ich aber so darüber nachdenke, .... (Viele) Raucher rauchen auch da, wo sie nicht dürfen - audrücklich nicht dürfen. Und das stört garantiert die Nichtraucher - sogar da, wo die Raucher rauchen dürfen und die Nichtraucher vorbei müssen. Kommt noch dazu, das sie sich fast immer eine(r) so hinstellt, dass er/sie selbst frische Luft bekommt, aber die anderen Anwesenden kontaminiert. Ich habe schon in Geschäften nach dem Nichtraucherausgang gefragt.

Seit mir dieses Verhalten der Raucher (im Allgemeinen / im Durchschnitt / oder wie auch immer, auf jeden Fall ist es nicht die Ausnahme - nein nicht alle Raucher und man kann sie nicht über einen Kamm scheren, weiß ich ...) vor langer Zeit aufgefallen ist, habe ich eine ganze Weile an Bushaltestellen meine Mundharmonika ausgepackt und mein gesamtes Repertoire vom Stapel gelassen (ja, ich kann auch einige Halbtöne - nein ich habe nur eine chromatische Harfe, keine chromatische Mundharmonika - ganz normale diatonische Richter-"Harp").

Das hat ne Menge Leute geärgert, aber mich nicht. :_cheesy_:
In diesem Sinne ... immer nur weitersingen ... vielleicht trauen sich dann auch andere ...

Liebe Grüße
kragi
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:-) Fantastisch, die Grenzen des Instruments festzustellen und die Überschneidungen mit den Grenzen einer Hakenharfe. Wenn ich sie noch besser kenne, dann lerne ich vielleicht die Grenzen der verschiedenen Pedalharfen kennen :-) - nein, erspielen kann ich sie noch lange nicht, aber wer weiß - kommt Zeit, kommt Übung.

Hehe, das ist jetzt angewandte Mengenlehre. :-)

Re: Sicherer Singen durch: Singen!

Beitragvon burgfruowe » Do 29. Jul 2010, 18:57

"Es gibt nicht Gutes, außer du tust es!" frei nach E. Kästner

Hallo, liebe Martina!

Das finde ich ja ein tolle Geschichte.
Ich habe eine Freund, der hat sich das Stegreif-Dichten an trainiert. Das ist auch ganz beeindruckend.

Aber was mir jetzt passiert ist, funktioniert mit Hörerlebnissen.
Ich habe ein hübsche CD mit Harfe und Gesang gekauft, weil ich die Art, wie die Lieder und deren Stimmung aufgebaut sind sehr schön fand. Leider rollen sich ab und zu beim Gesang meine Fußnägel auf. Ich weiß gar nicht genau, was die Sängerin macht, aber etwas ist definitiv an ihrer Technik falsch.
Trotzdem habe ich die Cd ein paar mal gehört. Und plötzlich hatte ich Problem mit den hohen Tönen, die ganz dünn und fadenscheinig wurden. So ein bisschen, wie auf der CD. Ich war verzweifelt, weil ich ja gleichzeitig, endlich mal regelmäßige Singübungen machte und schon Schlimmes befürchtete.
Jetzt hab ich ja auf dem Harfensommer keine Zeit für Gesangsübungen gehabt und auch sonst nicht gesungen. Und heute läuft bei mir die CD von Duo Cantarpile.
Und was soll ich sagen: Ich kann sauber und wie zu besten Gesangsunterrichtszeiten mitsingen und komme sogar ganz leicht und doch kraftvoll auf meine höchsten Töne.
Das muß die Klangvorstellung in meinem Kopf sein, die meine Stimmbänder dazu bringt etwas anderes zu tun.
Herrlich!!!!!!!!!!!
Cynthia
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Karl Kraus
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Meine Harfe(n): Erst mal eine Leihharfe. Sie heißt Betty Blue, ist tatsächlich eine blau angestrichene Saphir von Glissando.
Und jetzt meine kleine Überallhinmit, eine Skye 24 von Blevins Harps
Seit Juli 2009 harfensüchtig.


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