Noten für Geige und Hakenharfe gesucht

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Barbara
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Noten für Geige und Hakenharfe gesucht

Beitragvon Barbara » Mo 23. Jan 2012, 13:53

Hallo zusammen,

ich würde gerne mehr mit einer Geigerin zusammenspielen, aber es fehlt mir das Material. In diesem Fall weniger Keltisches, lieber mehr Richtung Klassik (im weitesten Sinne, genauer gesagt Barock bis heute).
Die Algues von Bernard Andrès wären ein Beispiel, aber die habe ich eben schon.
Von Vivaldi gibt es z.B. schöne Violin-Sonaten. Gibt es da evtl. schon Arrangements mit Begleitung für Hakenharfe? Oder welche, die sich relativ verlustfrei auf Hakenharfe übertragen lassen? Ich weiß, da würde es sich anbieten, sich selbst etwas aus dem B.c. zu stricken. Aber dafür fehlt mir im Moment die Zeit und die Motivation.

Habt ihr sonst noch Ideen?

Viele Grüße,
Barbara
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annunziato
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Re: Noten für Geige und Hakenharfe gesucht

Beitragvon annunziato » Mo 23. Jan 2012, 19:04

Hallo Barbara,
ich hab vor ca. Jahren mal was für SchülerInnen gesucht und dabei festgestellt, dass es so ungefähr überhaupt nichts in dieser Richtung gibt. Originalliteratur ohnehin nicht, und auch (damals noch?) keine brauchbaren Bearbeitungen. Also ganz ums selber Zusammenfummeln wirst du nicht herumkommen, aber die Angst davor würde ich dir gern nehmen.
Du hast schon recht, es gibt Säcke und Säcke voll netter barocker und späterer Kammermusik:
Sonaten für Geige und bc von Vivaldi, Händel, Corelli, Geminiani, Sammartini, Telemann, Zelenka, Fasch (aus etwas früherer Zeit Frescobaldi und Legrenzi) wären wohl die bekanntesten. Vivaldi hat auch einiges Nette für Geige und Gitarre geschrieben, das sich eignet. Bei all denen gibt es gängige Ausgaben (z.B. Schott), bei denen der bc schon fürs Klavier gesetzt ist, da brauchst du mit der Hakenharfe bloss und vor allem das Weglassen zu üben. Hier die Basslinie so gut wie möglich aufrechterhalten, die rechte Hand kann sehr stark reduziert werden, bis auf einstimmige Linien - den dritten Ton zum Akkord macht dann ja die Geige, dann hast du auf jeden Fall ein harmonisches Grundgerüst. Die Stücke in Durtonarten eignen sich etwas besser als molltonarten für den Anfang mit der Hakenharfe, da man bei den Molltonarten immer an den Kadenzen klappen muss. Die Gitarrensätze sind meistens noch besser auf die Hakenharfe übertragbar.

Spätere Komponisten mit gutem Kammermusikausweis (wie der Schweizer sagen würde) sind PE Bach, JC Bach, Boccherini (hat auch einiges sehr Süffige mit Gitarre gemacht, wirklich humorvolle und gut spielbare Musik), Dittersdorf, Stamitz, ein paar Hadynsonaten und die ganz frühen Mozartsonaten (aus seiner Kinderzeit). Danach wird es dann für die Hakenharfe ziemlich unspielbar. Die grossen Bachsonaten mit obligatem Cembalo empfehle ich definitiv nicht, die kriege ich kaum mit der Tripelharfe hin, auch wenn sie grossartigste Musik sind. Die ganze Romantik ist eher kaum was für Hakenharfe, das wird zu dünn. Ausnahme evtl. die nette Sonatine für Geige und Klavier von Dvorak. Und an ganz neuer Musik vielleicht "Fratres" von Arvo Pärt - das geht zwar ziemlich durch die Tonarten, aber schön langsam und systematisch, wie Pärt so drauf ist. Das gibt's in einer schönen Fassung für Geige und Klavier, fordert die Geige allerdings ziemlich.

Wenn du in einer grösseren Musikalienhandlung mal physisch bei der Kammermusik/ Violine und Klavier oder Violine und Gitarre guckst, wirst du sicher schnell fündig. Übrigens eignen sich aus dem Barock auch (Block-)flötensonaten ganz gut, wenn die Geigerin einigermassen gut ist. Sollte man nicht unterschätzen, der Tonumfang ist manchmal anstrengend. Wenn Du mal im Süden bist, kannst Du auch gern meinen Notenschrank durchstöbern, aus meiner wilden Geigen- und Flötenjugend gibt's da einiges. Kannst du einschätzen, wie gut die Geigerin ist oder müsst ihr euch da erst noch rantasten? Kleiner Teaser - Falls du schon etwas Harmonielehre kannst, könnte auch der Barock-Baukasten-Workshop dafür hilfreich sein ;-)

Am Anfang wirst Du etwas Übe- und Fummelzeit reinstecken müssen, aber es wird sich lohnen. Kammermusik bringt viel, viel Spass.
Frohes Ausprobieren!
a.
Nur durch Harfe spielen lernt man Harfe spielen. (Aristoteles)

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Re: Noten für Geige und Hakenharfe gesucht

Beitragvon annunziato » Di 24. Jan 2012, 08:48

Nachtrag: Als ich gestern abend vor dem Notenschrank meditierte, fiel mir der vielleicht ideale Starter in die Hände, den Du wahrscheinlich sogar kennst:
Telemann, "Die kleine Kammermusik", sechs Partiten für Violine (Querflöte, Oboe, Blockflöte) und bc, damals (vor gefühlten tausend Jahren) erschienen bei Hortus Musicus Nr. 47.
Hab mir mal den Klaviersatz auf Harfentauglichkeit angeschaut, das ist recht unterschiedlich in den einzelnen Stücken (manches ist eher dünner ausgesetzt, manches recht vollgriffig), aber man kann sicher erstmal einige raussuchen, die funktionieren. Auch hier der Tipp: Musikalisch sind die Dur-Partiten eher langweiliger, aber dafür harfenkompatibler.
Ich hoffe mal, dass es das noch gibt und wünsche einen guten Start!
Wäre vielleicht interessant, wenn Du dann mal von Deinen Erfahrungen berichtest?
Grüsse a.
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Re: Noten für Geige und Hakenharfe gesucht

Beitragvon Cecilia » Di 24. Jan 2012, 10:23

Wie wäre es mit der Sicilienne Es-Dur von Maria Theresia Paradis (siehe IMSLP und Youtube). Ich habe vor ein paar Monaten den Klaviersatz angesehen und hatte den Eindruck, dass er sich 1:1 auf die Harfe übertragen lässt.

Ist jetzt zwar kein Barock, aber eine schöne Melodie. Es ist übrigens umstritten, ob sie wirklich von M.T.P. stammt.
LG

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Re: Noten für Geige und Hakenharfe gesucht

Beitragvon Urmeli » Di 24. Jan 2012, 22:44

ich würde gerne mehr mit einer Geigerin zusammenspielen, aber es fehlt mir das Material. In diesem Fall weniger Keltisches, lieber mehr Richtung Klassik (im weitesten Sinne, genauer gesagt Barock. Gibt es da evtl. schon Arrangements mit Begleitung für Hakenharfe? Oder welche, die sich relativ verlustfrei auf Hakenharfe übertragen lassen? Ich weiß, da würde es sich anbieten, sich selbst etwas aus dem B.c. zu stricken. Aber dafür fehlt mir im Moment die Zeit und die Motivation.
Habt ihr sonst noch Ideen?
Barbara
Hallo Barbara,

wolltest Du nicht ursprünglich auch bei dem Barock-Workshop mitmachen? Ich kann mich da an ein ganz spontanes "ich bin dabei..." erinnern?! :_wink_:
Da gibt es bestimmt jede Menge Anregungen!

Liebes grüßle vom Urmeli
"Ein Traum ist unerläßlich, wenn man die Zukunft gestalten will" :_cheesy_:
Victor Marie Hugo

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Re: Noten für Geige und Hakenharfe gesucht

Beitragvon sanne » Do 8. Aug 2013, 20:18

Wenn das Thema noch interessiert:
Ich werde irgendwann sicher auch mal gern Geigen begleiten (wenn's für eine Anfängerin auf der Harfe nicht zu schwer wird).

Werke gibt's sicher viele, die geeignet sind. Und ich würde sie auch bearbeiten, wenn sie dadurch spielbar werden.
Aber im Moment kommen mir die Klavierbegleitungen viel zu üppig vor (fange gerade erst wieder an...) :_rolleyes_:
Und mit einer Hakenharfe wird das meiste wohl eher nicht gehen...

Mir fällt so ein:
Bach-Air, Schubert's Ave Maria, Massenet Meditation, Kreisler Liebesleid,
von Spohr und Donizetti gibt's Sonaten-Bearbeitungen,
selbst beim Pachelbel-Canon kann man Harfe mitspielen
und von Piazolla gibt's wohl Café1930 für Salonliebhaber (was mir aber zu anspruchsvoll ist).


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