Camac DHC 32 vs Lyon & Healy Silhouette / (Gitarren-)Effektgeräte

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ralf
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Re: Camac DHC 32 vs Lyon & Healy Silhouette / (Gitarren-)Effektgeräte

Beitrag von ralf »

Astralis hat geschrieben: So 7. Jul 2019, 22:10 Camac DHC 36:
  • - Bei der Elektronik vermisse ich Tone- und Volume-Regler, bekomme dafür aber einen Mono/Stereo-Switch, bei dem ich (noch) nicht weiss, was ich damit anstellen soll.
Mit dem Schalter kannst Du zwischen einem einkanaligen und einem zweikanaligen Ausgang umschalten und entsprechende "Zonen" oder "Splits" auf der Harfe verwenden. Manche Musiker verwenden dies, um Lautstärke und Klang flexibler einstellen zu können (z. B. Kompressor nur für die Basstöne oder Hall nur für den Diskant).

Ausführlicher steht dies im frisch erschienenen "Blue Dictionary" von Camac:

Splits
»Splits« teilen den Tonabnehmer-Streifen, der entlang der Mittelleiste bei elektroakustischen Harfen und E-Harfen verläuft, in verschiedene Zonen ein, sodass sich die verschiedenen Abschnitte auf Wunsch separat regeln und verstärken lassen.
Die Blue Harps von Camac haben zwei Split-Punkte, woraus sich drei Zonen ergeben, eine für den Diskant, eine für die Mittellage und eine für den Bassbereich. Jede dieser Zonen hat einen eigenen Ausgang. Die Harfe sollte dementsprechend entweder mit einem dreikanaligen Verstärker, drei Eingängen eines Mischpultes, oder aber drei DI-Boxen für weitere Verstärkung über ein PA-System verbunden werden.
Es ist jedoch nicht immer selbstverständlich, so viele Eingänge zur Verfügung zu haben. Viele der einfachen Kompaktverstärker haben nur einen Eingang, manchmal zwei. Und man reist leichter mit einer Harfe und einem kleinen Verstärker, als mit einem großen PA-System. Camac hat darum eine einfache Lösung eingebaut, wie man die drei Zonen zu einer oder zwei Zonen zusammenlegen kann, sodass alle Signale auf einem oder zwei Ausgängen zusammengeführt werden: Seitlich an der Tonabnehmerleiste lassen sich die beiden Split-Punkte leicht erkennen – es handelt sich um sichtbare Unterbrechungen in der Leiste. Auf jeder Seite der Splits sind zwei Gewindebohrungen, die zum Anbringen von Überbrückungssteckern vorgesehen sind. Werden diese vergoldeten Überbrückungsstecker über einen Split-Punkt geschraubt, heben sie die Unterteilung der Tonabnehmerleiste an dieser Stelle auf und die zwei verbundenen Zonen werden zusammengemischt. So lassen sich entweder Bass und Mittellage miteinander verbinden, um den Diskant separat zu mischen, oder Mittellage und Diskant, um den Bass getrennt zu mischen, oder alle drei Zonen.
Wenn die Zonen getrennt und die Überbrückungsstecker nicht installiert sind, ist es möglich, verschiedene Effekte auf verschiedene Zonen anzuwenden oder eine individuelle Klangmischung für jede Zone einzustellen. Beispielsweise können so mehr Bassfrequenzen in der Bass-Zone und mehr hohe Frequenzen in der Mittellage oder im Diskant verwendet werden.
Camacs E-Harfen mit Halbtonklappen haben einen Split-Punkt in der Mitte, woraus sich zwei Zonen ergeben, also die untere und die obere Hälfte der Harfe. Statt mit zwei Mono-Ausgängen sind diese Harfen mit einer Stereo-Buchse ausgestattet, sowie einem kleinen darüber angebrachten Schalter. In der »M«-Position arbeitet der Ausgang als Mono-Ausgang und die ganze Harfe wird über einen Kanal ausgegeben. In der »S«-Position wird der Ausgang im Stereo-Modus betrieben, sodas jeweils eine Hälfte der Saiten auf einem getrennten Kanal ausgegeben wird. Über ein Y-Kabel, das aus einem Stereo-Klinkenstecker und zwei Mono-Klinkenbuchsen besteht, können die beiden Zonen separat eingestellt werden, mit zwei verschiedenen Klangmischungen oder Effekten.


Viele Grüße,
Ralf
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Re: Camac DHC 32 vs Lyon & Healy Silhouette / (Gitarren-)Effektgeräte

Beitrag von Astralis »

Danke für den Hinweis auf das "Blue Dictionary" von Camac. Das beantwortet echt so einige Fragen - schön zentral gesammelt.

Falls sich noch wer anders dafür interessiert... Hier der Link zum aktuellen (03.07.2019) Blog-Eintrag:
https://blog.camac-harps.com/en/news/bl ... ow-online/
Oder der Direktlink zur deutschsprachigen PDF-Datei:
https://blog.camac-harps.com/wp-content ... german.pdf

Hatte mich schon gewundert, wie das mit dem Stereo-Ausgang funktionieren soll, wenn die Harfe doch nur eine einzelne Audio-Buchse hat. Jetzt ist es etwas klarer.
Tone- und Volume-Regler vermisse ich trotzdem immer noch ;-)
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Re: Camac DHC 32 vs Lyon & Healy Silhouette / (Gitarren-)Effektgeräte

Beitrag von ralf »

Astralis hat geschrieben: Mi 10. Jul 2019, 15:27 Tone- und Volume-Regler vermisse ich trotzdem immer noch ;-)
... vielleicht sowas hier? :_smile_:

https://www.muziker.de/artec-se-oe3-out ... coustic-eq

Gruß,
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Re: Camac DHC 32 vs Lyon & Healy Silhouette / (Gitarren-)Effektgeräte

Beitrag von Astralis »

Falls ich mir ein Pedal dieses Typs zulege, dann eher den Tone Jobe von EarthQuaker Devices. Hab fast alle meine Effektpedale von denen :-) Oder vielleicht doch ausnahmsweise was von Boss (zB den GE-7 oder EQ-200).

Aber aktuell kann ich ja eh nicht Harfe spielen und muss auf die Resultate der ärztlichen Abklärungen warten... :-/

Bezüglich der Wahl der E-Harfe würde ich mich unterdessen wohl noch abwägen von allen Vor- und Nachteilen für die Camac DHC 32 entscheiden. Aber eben, so lange ich nicht weiss, wie meine Harfenzukunft aussieht, wird keine Neuanschaffung getätigt.
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Re: Camac DHC 32 vs Lyon & Healy Silhouette / (Gitarren-)Effektgeräte

Beitrag von Spotlight »

Astralis hat geschrieben: So 7. Jul 2019, 22:10 Ich reiche hier noch einen Zwischenbericht zu dieser doch etwas längeren Geschichte nach. Noch bevor die in einem anderen Thread erwähnten Handschmerzen angefangen haben (wegen derer ich aktuell nicht Harfe spiele), konnte ich einen Direktvergleich zwischen der Camac DHC 36 und der Salvi Delta machen.

Als erstes sei angemerkt, dass bei diesem zweiten Mal die DHC 36 so viel besser klang, dass ich davon ausgehen muss, bei meinem ersten Anspielen irgendwas falsch angeschlossen zu haben. Anders kann ich mir das nicht erklären. Deswegen muss ich meine vor einem Monat gemachte Aussage, sie sei klanglich nicht überzeugend gewesen, wieder zurück nehmen.
Beide Harfen lagen in ihrer Klangqualität sehr nah beieinander, was eine Entscheidung leider wieder umso schwieriger macht.

Darum einfach eine kurze Aufzählung der nennenswerten Unterschiede und meine persönliche Ansicht dazu.

Salvi Delta:
  • + Hat für mich die überzeugendere Elektronik, da sie mit Volume- und Tone-Regler mit dem daherkommt, was ich von einem elektronischen Saiteninstrument erwarte und auch von E-Gitarren als Mindestausstattung kenne.
  • + Hat den niedrigeren Preis trotz gleich ohne Zusatzkosten mitgelieferter Tasche und Tragegurt.
  • - Ist unhandlich, wenn man sie im sitzen spielen möchte. Stellt man sie mit der unteren Spitze in die mitgelieferte Base, muss man die Harfe immer mit mindestens einer Hand festhalten, sonst kippt sie um. Man kann sie umschnallen, trägt dann aber ein Gewicht von 6.5 kg, was nicht wenig ist und zudem liegt sie so meinem empfinden nach unergonomisch am Körper an. Oder man kann zusätzlich ein Tripod als Instrumentenständer kaufen, womit das ganze Konstrukt dann aber wiederum weniger agil ist.
  • -/+ Hat die grösseren Saitenabstände. Ob das gut oder schlecht ist, unterliegt rein subjektivem Empfinden. Für mich lagen sie eher etwas zu weit auseinander. Aber ist zudem auch eine Frage der Gewohnheit.
Camac DHC 36:
  • + Füsse werden mit der Harfe mitgeliefert, mit denen die Harfe selbstständig stabil stehen kann (im Gegensatz zur Delta). Wie bei der Delta könnte auch hier ein Instrumentenständer mitgekauft werden.
  • - Bei der Elektronik vermisse ich Tone- und Volume-Regler, bekomme dafür aber einen Mono/Stereo-Switch, bei dem ich (noch) nicht weiss, was ich damit anstellen soll.
  • - Hat den höheren Preis (also die 36 und auch die 32). Tasche und Gurt kosten nochmals extra.
  • -/+ Hat die niedrigeren Saitenabstände.
Wie gesagt, ist einfach eine Auflistung der Unterschiede und keine der allgemeinen Eigenschaften der einzelnen Harfen.

Eine Entscheidung habe ich nach wie vor nicht gefällt, da ich aktuell erst mal abklären muss, woher die Schmerzen in meinen Händen kommen und was das für mein weiteres Harfespielen bedeutet.
Beide Harfen haben eine eher niedrige Saitenspannung, wobei die DHC nochmals ein Stück weicher zu scheinen schien. Sollte sich dies in meinem persönlichen Fall als ein wichtiges Kriterium herausstellen, würde die Wahl wohl auf die DHC fallen (aber dann eben die 32 und nicht die 36).
Ansonsten kann ich keinen klaren Sieger im Direktvergleich nennen. Hier sind schlussendlich persönliche Präferenzen entscheidend - auch hinsichtlich des Klangs.
Danke für den Vergleich. Das hört sich spannend an. Ich sehe in Deinem Profil, dass es die DHC geworden ist. Hast Du denn die Silhouette auch testen können? Optisch spricht die mich am meisten an.
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Re: Camac DHC 32 vs Lyon & Healy Silhouette / (Gitarren-)Effektgeräte

Beitrag von Astralis »

Spotlight hat geschrieben: Fr 1. Mai 2020, 18:48Danke für den Vergleich. Das hört sich spannend an. Ich sehe in Deinem Profil, dass es die DHC geworden ist. Hast Du denn die Silhouette auch testen können? Optisch spricht die mich am meisten an.
Die Camac DHC 36, die ich aktuell habe, ist nur gemietet. Von einem Kaufentscheid hab ich bisher wegen gesundheitlicher Probleme mit meinen Händen abgesehen. Zwar sind diese auf dem Weg zur Besserung, aber ich warte dennoch ab, bis ich mehr Gewissheit habe, dass die Situation auch stabil bleibt.
Eine Silhouette konnte ich bisher leider nirgends testen, nein.
Aktuell würde die Wahl auf eine DHC 32 oder DHC 36 fallen. Falls sich alles gut entwickelt und auch die Pandemie es zulässt, werde ich vielleicht Ende Jahr nach Berlin reisen, um dort beide Harfen vor Ort vergleichen zu können. Denn eine DHC 32 konnte ich ebenfalls hier in der Schweiz nirgends ausfindig machen.
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Re: Camac DHC 32 vs Lyon & Healy Silhouette / (Gitarren-)Effektgeräte

Beitrag von Spotlight »

Astralis hat geschrieben: Sa 2. Mai 2020, 17:39
Die Camac DHC 36, die ich aktuell habe, ist nur gemietet. Von einem Kaufentscheid hab ich bisher wegen gesundheitlicher Probleme mit meinen Händen abgesehen. Zwar sind diese auf dem Weg zur Besserung, aber ich warte dennoch ab, bis ich mehr Gewissheit habe, dass die Situation auch stabil bleibt.
Eine Silhouette konnte ich bisher leider nirgends testen, nein.
Aktuell würde die Wahl auf eine DHC 32 oder DHC 36 fallen. Falls sich alles gut entwickelt und auch die Pandemie es zulässt, werde ich vielleicht Ende Jahr nach Berlin reisen, um dort beide Harfen vor Ort vergleichen zu können. Denn eine DHC 32 konnte ich ebenfalls hier in der Schweiz nirgends ausfindig machen.
Dann erst einmal alles Gute für die Gesundheit. Mehr Saiten zu haben, ist immer gut, aber wenn man mobil sein möchte, sind weniger Saiten vielleicht mehr. Ich hatte noch keine E-Harfe in der Hand und vermag die 5 - 7 Kilo noch nicht einzuschätzen.

Ich muss mich mal schlau machen, ob Remagen oder ggf. Glissando eine Silhouette vor Ort haben, um diese mal anzuspielen. Ich hoffe ja, dass es irgendwann ein überarbeitetes Model gibt. Die Silhouette ist ja schon sehr lange auf dem Markt, wenn ich mich nicht täusche.
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Re: Camac DHC 32 vs Lyon & Healy Silhouette / (Gitarren-)Effektgeräte

Beitrag von Spotlight »

Ich habe jetzt die Silhouette und die Delta beide einmal angespielt. Die Delta ist zu 95% raus aus dem Rennen, zumindest für mich. Zum einen spricht sie mich optisch nicht an: Die goldenen Haken sind so unangenehm auffällig wie ein Rapper Grill :_grin_: und das Holz haut mich auf nicht vom Hocker. Die Hochglanz-Verarbeitung der Silhouette sieht im direkten Vergleich viel hochwertige aus, aber das ist sicherlich Geschmackssache. Leider gab es keine farbigen Modelle der Silhouette.

Die Delta hat wesentlich dünnere Saiten und klingt auch viel silbriger, wogegen die Silhouette "normal" dicke Darmsaiten hat und auch entsprechende voller klingt. Ich bin natürlich auch diese dünnen Saiten gar nicht gewohnt, aber vom Spielgefühl war die Silhouette hier deutlich angenehmer. Was mich wirklich gestört hat, war die Körperhaltung, die einem durch die Delta aufgelegt wird, wenn sie umgeschnallt ist. Ein leichtes nach vorne beugen mit gleichzeitigem in-die-Knie-gehen. Wenn man versucht, sich gerade aufzurichten, kommt man schwere an die Saiten. Es ist vielleicht auch eine Übungssache, aber leider sehe ich diese Haltung auch auf diversen Videos oder Bildern. Das "Querformat" habe ich ausprobiert, wobei die Harfe wirklich bequemer liegt, aber intuitiv war es erst einmal nicht meins.

Positiv lässt sich bemerken, dass man die Delta wirklich schnell anlegen kann. Die Silhouette ist da wesentlich schwieriger umzuschnallen (laut Anleitung soll man sich am Anfang dabei von jemandem helfen lassen).Schwer (Gewicht) fand ich beide, die Delta war gefühlt doch etwas leichter. Das Handling der Halterung vom Delta Tripod fand ich auch wesentlich einfacher und auch recht stabil. Die Silhouette muss extra noch mit einer Art Schraubzwinge befestigt werden. Für beide Harfen ist es erst einmal ungewohnt, dass man die Hand nicht auflegen kann und beide im Ständer dann doch etwas wackliger sind, als eine Pedal- oder Hakenharfe.

Ich werde die Harfen auf jeden Fall nochmal testen und hoffe, dass ich auch mal die Möglichkeit habe, eine Camac zu spielen. Wenn ich mich heute entscheiden müsste, wäre es auf jeden Fall eine Silhouette.
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