Ulysse von Camac

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Manuela987
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Ulysse von Camac

Beitrag von Manuela987 » Di 7. Jan 2020, 10:40

Hallo!

Ich bin ganz neu hier und kenne mich mit Harfen überhaupt nicht aus (genau genommen bin ich in jeder Hinsicht unmusikalisch, leider!)

Mein Sohn (7) hat sich allerdings seit einiger Zeit in die Harfe verguckt. Zum Glück konnte er bei seinem Musiklehrer in der Schule erstmal umsonst/nebenbei etwas lernen, da es in seiner Schule so ein Projekt gibt, bei dem jeder Schüler ein Instrument lernen kann. Nach einem Jahr wollte er immer noch und dann hieß es auch von der Schule, jetzt bräuchte er aber wirklich eine Harfe zu Hause. Als "günstige aber trotzdem gute" Möglichkeit wurde mir die Hermine von Camac empfohlen, die man auch erstmal mieten kann. Da ich mich null auskenne, habe ich das blind befolgt 😉

Da man dort nur eine bestimmte Anzahl an Mieten anrechnen lassen kann, ist jetzt die Zeit gekommen, zu überlegen, ob wir die gemietete Hermine kaufen, oder eine andere kaufen, oder weiter mieten...und damit bin ich etwas überfordert und würde mich total freuen, Hilfe zu bekommen!

Zum einen habe ich auf der Seite von Camac diese Harfe gefunden:

Ulysse
https://de.camac-harps.com/de/harps-de/haken/ulysse-2/

Was Qualität und Klang und so angeht, davon verstehe ich natürlich nichts, aber ich hatte gesehen, dass diese Harfe wohl ziemlich leicht ist und auch eher unempfindlich, da nicht komplett aus Holz. Das fände ich deswegen ganz gut, weil entgegen dem eigentlichen Versprechen der Schule, die Harfe doch öfters mal mitgebracht werden muss, nicht jede Woche, aber schon 1-2/Monat, und wir haben kein Auto, und auch keinen, der uns hilft, da ist das schon jedes Mal eine Mammutaufgabe...und was das Material angeht, die Harfe ist schon mehrmals, trotz Hülle, im Regen nass geworden und da bin ich dann etwas besorgt, wie oft man das machen "darf", bevor es schimmelt...da stelle ich mir naiverweise vor, dass es bessere wäre, wenn sie zumindest nicht komplett aus Holz wäre. Oder bin ich da auf dem (😁) Holzweg?

Mein Sohn ist auch manchmal in den Ferien bei Oma und Opa, was eine 6-stündige Zugreise bedeutet, da habe ich mich bisher gar nicht getraut, die Hermine mitzunehmen... aber mein Sohn ist immer ganz traurig, wenn er längere Zeit nicht üben kann.

Dann war da bei der Ulyssee noch folgender Satz:
"Mit integriertem Ischell Box® Pickup-System und Pre-Amp"

Das ist für mich sozusagen chinesisch 😉... Was heißt das?

Falls es irgendwelche (weiteren) wichtigen Unterschiede zwischen Hermine
https://de.camac-harps.com/de/harps-de/haken/hermine/
und Ulysse gibt, würde ich mich sehr darüber freuen, das erklärt zu bekommen! 😁

Vielen Dank schon mal und liebe Grüße
Manu

Astralis
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Re: Ulysse von Camac

Beitrag von Astralis » Di 7. Jan 2020, 13:45

Ich kann mich jetzt nicht zu allen Punkten äussern, nur zu einzelnen... Grundsätzlich würde ich die Ulysse als eine Kombination aus einer klassischen Hakenharfe (wie zB der Hermine) und einer elektrischen Harfe (wie zB der DHC 36 oder DHC 32) bezeichnen. Man kann auch von einer elektroakustischen Harfe sprechen.
Von der Hakenharfe hat sie die grundsätzliche Bauform, von der elektrischen Harfe hat sie Teile des Materials (Kohlefaserkunststoff) und Tonabnehmer. Zwar gibt es auch elektrische Harfen aus Holz (zB die Delta von Salvi), aber die von Camac sind aus Kohlefaserkunststoff. Das hat die Vorteile, dass die Harfe dadurch leichter und weniger empfindlich für Umwelteinflüsse ist. Dafür macht dieses Material die Harfe auch teurer. Wie du der Website von Camac entnehmen kannst, kostet aktuell eine Ulysse mehr als doppelt so viel wie eine Hermine.
Manuela987 hat geschrieben:
Di 7. Jan 2020, 10:40
Dann war da bei der Ulyssee noch folgender Satz:
"Mit integriertem Ischell Box® Pickup-System und Pre-Amp"
Das bedeutet eben genau, dass du an diese Harfe direkt einen Verstärker anschliessen kannst - so wie zB bei einer E-Gitarre oder einer elektroakustischen Gitarre. Oder anders gesagt, die Harfe hat einen integrierten Stecker, an den man ein Audio-Kabel anschliessen kann. Das hat den Vorteil, dass man den Klang der Harfe verstärken kann. Und man kann ihn auch verändern durch Klangeffekte, welche im Verstärker integriert sind oder durch Effektgeräte, welche man zwischen Harfe und Verstärker anschliesst. Aber die Verwendung von Klangeffekten ist ein separates Thema, das mit der Harfe an sich nicht direkt was zu tun hat. Es wird bei dieser Harfe einfach einfacher ermöglicht durch das eingebaute Pickup-System.
Die Verwendung ist auch rein optional. Also du kannst die Ulysse auch ganz normal wie eine Hakenharfe spielen und komplett ignorieren, dass sie zusätzlich noch ein Pickup-System hätte.
Es ist auch nicht das, was diese Harfe viel teurer macht. Soweit ich das einschätzen kann, kommt der Preisunterschied vor allem durch die Verwendung von Kohlefaserkunststoff als Baumaterial zustande.

Ich attestiere dieser Harfe grundsätzlich eine höhere Reisetauglichkeit als anderen Hakenharfen. Aber vom Regen nass werden sollte sie trotzdem nicht - das ist sicherlich weder gut für die Elektronik (das Pickup-System) noch für den Resonanzboden, welcher bei dieser Harfe noch immer aus Holz ist.
Zudem ist sie mit den angegebenen 8.5 kg zwar leichter als andere Hakenharfen (auch leichter als die Hermine), aber das ist durchaus immer noch ein ziemliches Gewicht - vor allem für ein 7-jähriges Kind.

Manuela987
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Re: Ulysse von Camac

Beitrag von Manuela987 » Di 7. Jan 2020, 14:30

Vielen vielen Dank!!
Da sind mir jetzt schon mal gaaaanz viele Lichter aufgegangen 😉
Lg Manu

P.S. mein Sohn muss/würde weder die eine noch die andere Harfe tragen, das mache schon ich, aber da ich nicht gerade groß bin (mein Sohn ist nur noch eine Schuhgröße von mit entfernt 😉) würde ich mich sehr über ein paar Kilo weniger freuen)

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Re: Ulysse von Camac

Beitrag von Max » Di 7. Jan 2020, 14:38

Hallo Manu,
es muss aber eine Camac sein oder kommen auch andere Hersteller/Harfenbauer in Frage?
Wo wohnt Ihr denn?
LG Max
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Re: Ulysse von Camac

Beitrag von Manuela987 » Di 7. Jan 2020, 15:23

Hallo,
prinzipiell sind wir schon offen, nur wäre bei Camac die Anrechnung der bisherigen Mieten ganz schön 😉
Wir sind in Brandenburg, also nicht weit von Berlin, wo diese Filiale von Camac ist, das fand ich bisher auch ganz praktisch...
Lg Manu

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Re: Ulysse von Camac

Beitrag von Max » Di 7. Jan 2020, 15:42

Hallo Manu,

dann kann ich Euch nur wärmstens empfehlen, vor einer Entscheidung, einmal unverbindlich Pepe Weißgerber in Berlin zu besuchen.
Einer der besten deutschen Harfenbauer und ein extrem liebenswerter und fairer Mensch.

LG Max
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Re: Ulysse von Camac

Beitrag von Tinka Bell » Di 7. Jan 2020, 19:30

Max hat geschrieben:
Di 7. Jan 2020, 15:42
Hallo Manu,

dann kann ich Euch nur wärmstens empfehlen, vor einer Entscheidung, einmal unverbindlich Pepe Weißgerber in Berlin zu besuchen.
Einer der besten deutschen Harfenbauer und ein extrem liebenswerter und fairer Mensch.

LG Max
Ich schließe mich dem mal an! :_smile_:
"Musik beginnt nicht mit dem ersten Ton, sondern mit der Stille davor"

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Re: Ulysse von Camac

Beitrag von Manuela987 » Di 7. Jan 2020, 20:05

Danke, werde ich mal googlen!
Lg Manu

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Re: Ulysse von Camac

Beitrag von Max » Di 7. Jan 2020, 20:25

Manuela987 hat geschrieben:
Di 7. Jan 2020, 20:05
Danke, werde ich mal googlen!
Lg Manu
http://weissgerber-harfen.de/

Am besten anrufen, Pepe hat es nicht so mit dem Computer und auf e-mails lässt die Antwort manchmal auf sich warten.
Auch ist die Homepage schon seit Jahren nicht mehr aktualisiert worden. Er hat inzwischen einige neue und interessante Modelle im Programm.

LG Max
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Re: Ulysse von Camac

Beitrag von Markus Schönfelder » Sa 25. Jan 2020, 15:45

Hallo Manuela,

grundsätzlich muss eine (moderne) Harfe das abkönnen, wenn ihr sie alle zwei Wochen mal mit Tasche durch den Regen tragt.
Einfach darauf achten, dass ihr sie nachher trocken abwischt (vorsicht mit Mikrofaser).
Prinzipiell ist das natürlich für kein hölzernes Objekt normal, aber im Rahmen einer normalen Nutzung eingeplant. Die meisten Transporttaschen sind ja auch relativ regenfest und verzögern den Feuchtigkeitsaustausch über normale Transportwege hinweg.

Die Ulysse ist hier bezüglich des Kohlefaserkorpus ein wenig im Vorteil, aber ich würde das nicht all zu schwer bewerten.
Wichtiger ist, dass das Instrument zum Schüler passt. Hier wäre die Frage ob man sich nicht auch nochmal andere Harfen ansehen sollte.
Die Ulysse wurde ursprünglich als leichtes, verstärkbares Instrument für den Profieinsatz gedacht. Die Bauweise und der Tonabnehmer führen hier zu einem Preis, der doppelt so hoch ist wie bei vergleichbaren Instrumenten mit Holzkorpus. Und sie hat "nur" 34 Saiten. Es kann also durchaus sein, dass in der weiteren Entwicklung ein größeres Instrument notwendig wird.
Das nur so in den Raum geworfen - in dem Alter wäre es daher evtl. zumindest eine Überlegung wert ein weniger spezialisiertes Instrument zu kaufen, welches sich dann auch leichter weiterverkaufen lässt.

Auf jeden Fall schließe ich mich den Anderen an: Vor einem Kauf lohnt es sich alle Optionen abzuwägen. Falls du nach Berlin kommst mach doch einfach einen Tagesausflug daraus. Dann kannst du bei meinen Kollegen mit deinem Sohn ein paar Modelle testen und anschließend noch zum Pepe fahren, der wirklich ausgezeichnete Instrumente zu einem fairen Preis baut. Und das Harfenland ist ja auch nicht so weit von hier.

Lieber Gruß
Markus

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