Lontar-Harfe

Jewel-of-Light
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Lontar-Harfe

Beitragvon Jewel-of-Light » Mi 11. Jan 2012, 10:03

Hallo !

Letzthin unterhielt ich mich mit meinem Vater über ein Instrument, eine Lontar-Harfe, das er vor einigen Jahren aus Indonesien mitgebracht hat.

Ich dachte, es sei vielleicht auch vom Aussehen her ein ganz interessantes Instrument, und zum anderen hätte ich auch eine Frage:

Weiß irgend jemand von Euch zufällig, wie man das stimmt, welches der höchste/tiefste Ton ist o. ä. , und ob in Halbtonschritten zu stimmen wäre ?

Und: Ich würde es, vielleicht, weil mir der Name gefällt und ich meine, auch Namen könnten bei der Definition eine Rolle spielen, schon als eine Harfe zu bezeichnen geneigt sein – fand aber auch die Information, es handele sich um eine Zither. Wie mögt Ihr das sehen?

Ich habe ein Bild und eine kurze Beschreibung hier:
http://www.pfade-durch-das-netz.de/harf ... harfe.html

Viele Grüße
André

Benutzer gelöscht

Re: Lontar-Harfe

Beitragvon Benutzer gelöscht » Mi 11. Jan 2012, 10:18

Hallo, bei dem Instrument handelt sich sich nicht um eine Harfe, sondern um eine Zither:

Röhrenzither: Die ursprünglichsten Zithern sind idiochord, das heißt, die Saiten bestehen aus demselben Material wie der Korpus, aus dem sie herausgeschnitten sind. Ein weit verbreitetes Material für Röhrenzithern ist Bambus. Hierzu gehören die Valiha, eine Bambuszither aus Madagaskar und die Sasando, eine Bambuszither der indonesischen Insel Roti.

siehe Wikipedia.

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Re: Lontar-Harfe

Beitragvon Capella » Mi 11. Jan 2012, 10:57

Ja, ich stimme peorth zu, definitiv eine Zither. Die gängiste Definition sagt, wenn die Saiten parallel zum Klangkörper laufen, ist es eine Zither, wenn die Saiten (mehr oder weniger) senkrecht zum Klangkasten stehen, ist es eine Harfe.

Auf jeden Fall sieht es nach einem sehr spannenden Instrument aus.

Gruß,
Capella

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Re: Lontar-Harfe

Beitragvon Jewel-of-Light » Mi 11. Jan 2012, 11:17

danke Euch beiden - nun ist hier aber auch die Frage, was hier Klangkörper und Klangkasten ist. Wenn es nur der Teil in der Mitte ist, könnte man von (na ja, soweit man davon bei Rundungen sprechen kann) Parallelität der Saiten dazu sprechen. Stellen wir uns jetzt aber vor, daß der äußere Teil (der ja vermutlich der aus den Blättern ist), (jedenfalls auch) für den Klang entscheidend ist, ist das doch gar nicht so weit von der Form der westlichen Harfe entfernt?

(Und, wie gesagt, beim Kauf wurde sie meinem Vater gegenüber – ich weiß jetzt nicht, in welcher Sprache, aber er spricht auch Indonesisch – als "Lontar-Harfe" bezeichnet, auch wenn der indonesische Ausdruck "besando" ist.)

(Das Material des Korpus stammt aber doch von einer Palme und nicht vom Bambus?)

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Re: Lontar-Harfe

Beitragvon Der Juergen » Mi 11. Jan 2012, 12:18

Hallo ihr,

dass es definitionsgemäß keine Harfe ist, erkennt man zweifelsfrei daran, dass die Saitenebene nicht senkrecht (oder fast senkrecht, ihr Kreuzsaitigen :_wink_: ) am Resonator zieht.
Außerdem hat sie zur Schwingungsübertragung Stege, wie jede Zither. Eine Harfe hat nie welche. Die madagassischen Röhrenzithern sind da einfach eine urtümlichere Form.

Dass es hingegen zu jeder Zeit seit Erfindung der Harfe immer sehr vage Bezeichnungen aller möglichen Instrumente als Harfe gibt, ist leider ein unschöner aber wohl nicht mehr zu vermeidender Umstand.
Selbst heute, wo man spätestens seit der Hornbostel-Sachsschen Klassifikation, also seit fast 100 Jahren, es genau festgelegt weiß, gibt es diese Auswüchse: "Veeh-Harfe", "Salonharfe" bis zum Benennen einer Leier als Harfe.

LG
Jürgen
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Tja, ein Proton müsste man sein: Dann würde man die Quantenphysik verstehen, wäre immer positiv drauf und hätte eine nahezu unendliche Lebenszeit :-)
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Re: Lontar-Harfe

Beitragvon Ladev » Do 12. Jan 2012, 00:44

Hallo
mal ein paar Gedanken zur Stimmung.
Ich gehe mal davon aus, dass es bei der Lontar-Harfe
ähnlich ist wie bei der Valiha aus Madagaskar.
Die Valiha ist wechseltönig gestimmt.
Bei C-Dur Stimmung wäre dann der höchste Ton
in der Mitte das C dann links das D rechts das E und
so weiter.
Den höchsten und tiefsten Ton zu definieren ist wohl
genauso schwierig wie bei einer Harfe.
Auch da hängt es meistens vom Bauer ab wie er das Instrument
konstruiert hat.
Die Stimmung dürfte wohl auch in Landestypischen Skalen sein,
aber auf jeden fall nicht chromatisch.
Hier wäre Rüdiger Oppermann der richtige Ansprechpartner,da er
selbst auch die Valiha spielt.


Ende der Gedanken.
Detlev

Ich Habe jetzt noch mehr rausgefunden.

Hier noch ein Link für das Instrument.
Gibt's in verschiedenen Stimmungen und
es heißt Sasando.


http://de.wikipedia.org/wiki/Sasando

http://www.facebook.com/pages/Sasando/165163486879253


Noch ein Link zum hören.

http://www.youtube.com/watch?v=rxyZm6VD ... re=related

Gruß
Detlev

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Re: Lontar-Harfe

Beitragvon Ladev » Do 12. Jan 2012, 01:28

So wurde die Sasando wohl ursprünglich gespielt.

http://www.youtube.com/watch?v=0zZpYlGuD7I

Detlev

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Re: Lontar-Harfe

Beitragvon Urmeli » Do 12. Jan 2012, 01:41

"Ein Traum ist unerläßlich, wenn man die Zukunft gestalten will" :_cheesy_:
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Re: Lontar-Harfe

Beitragvon Jewel-of-Light » Do 12. Jan 2012, 16:06

Danke noch einmal Euch allen (und falls noch jemand antworten sollte, ihm natürlich auch) für alle Euere Hinweise!


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