großes "Saitensterben"

Du hast etwas schönes, ärgerliches, spannendes, trauriges mit deiner Harfe erlebt? Erzähl uns davon.
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Harfenlehrling
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großes "Saitensterben"

Beitragvon Harfenlehrling » Fr 10. Aug 2018, 22:01

Hallo zusammen,
ich habe eine 36-saitige Hakenharfe die offenbar mit der Hitze ein größeres Problem hat als ich. Im Laufe von zwei Wochen sind gleich DREI Saiten gerissen, Nr. 33, 35 und heute Nr. 36. Und das nicht etwa beim Stimmen!- einfach so! Das macht mich echt betrübt! :_cry_: Sicher, ich kann neue Saiten aufziehen, das ist nicht das Problem, nur hat jemand von euch schon mal was ähnliches erlebt? Ich spiele auch Geige und Gitarre. Beide Instrumente haben die Hitze schadlos überstanden. Habe ich einfach nur Nylonsaiten von schlechter Qualität drauf? Danke für eure Antwort.
Friede, Freude, Harfe! :_cheesy_:

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Maira
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Re: großes "Saitensterben"

Beitragvon Maira » Fr 10. Aug 2018, 23:05

Das ging mir neulich so.
3 Harfen im Zimmer und :_shocked_: jede hat mit einer :_shocked_: Saite nach mir :_shocked_: geschmissen !!!
Und zwar aus sämtlichen Materialien !

Aber tröste Dich, letzten Sommer war es noch schlimmer.
Das war ein Darmsaitenkiller par excellance !
Mach doch , was Du willst. Ich mach auch , was ich will.
Aber ich mach das wirklich.

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Re: großes "Saitensterben"

Beitragvon Tinka Bell » Sa 11. Aug 2018, 10:53

@Harfenlehrling, ich habe gesehen, dass du noch ziemlicher Anfänger bist an der Harfe. Zunächst vorab ein herzliches "Hallo" von mir". :_smile_:
Hast du mal nachgesehen, WO genau die Saiten reißen? Eher oben an den Klappen oder vielleicht ganz woanders? Dass man die Klappen rausnehmen sollte nach dem Spiel, ist dir auch gesagt worden? Das ist sehr wichtig!
Ich finde das Reißen bei Kunstsaiten schon etwas merkwürdig. Mir sind in der ganzen Zeit (spiele im Herbst 2 Jahre) noch keine Nylon- oder Carbonsaiten ohne Grund gerissen bis auf eine Saite, weil ich mal gnadenlos rauf- und runtergestimmt habe anfangs :_rolleyes_:
Meine darmbesaitete Harfe steht im Wohnzimmer. Die anderen Harfen stehen bzw. standen immer im Schlafzimmer, wo die Temperaturen natürlich mehr schwanken können (nachts kühl, nachmittags mitunter schwül, warm) und begleiten mich auch draußen ohne Probleme eigentlich.
Deshalb die obigen Fragen vorab.
Vielleicht hilft es auch, die Harfe konsequent nach dem Spiel gut abzudecken, sollte der Grund eher mit der Temperatur, Luftfeuchte etc. zusammenhängen. Trotzdem finde ich das in Anbetracht des Materials eher ungewöhnlich viel, was dir da gerissen ist.
Wenn dich das Leben nervt, spiel Harfe - Glitzer drüberstreuen ist was für Weicheier! :_cool_:

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Re: großes "Saitensterben"

Beitragvon Harfenlehrling » Sa 11. Aug 2018, 13:01

Dankeschön für Eure Antwort! Es sind die drei höchsten Saiten gerissen. Die haben keine Klappen. Sie sind alle oben an der "Umlenkrolle" gerissen, also an dem Teil unter dem eigentlichen Wirbel zum Stimmen. Pardon, mir fehlt die passende Bezeichnung. Selbstverständlich sind nach dem Üben alle Klappen wieder unten (schon aus lauter Angst...) Die Harfe steht im Wohnzimmer und "schläft" nachts in ihrer Tasche. Ich habe auf den oberen drei Saiten noch nicht mal gespielt. Ich übe gerade aus hm1 von Christoph Pampuch die ersten Stücke. Mittlerweile bin ich schon etwas ängstlich geworden... Werde erstmal neue Saiten bestellen....Meine Geige und meine Gitarre haben das Problem nicht, obwohl sie im gleichen Raum stehen. :_sad_:
Friede, Freude, Harfe! :_cheesy_:

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Re: großes "Saitensterben"

Beitragvon Der Juergen » Sa 11. Aug 2018, 13:17

Hi »Harfenlehrling«,

erst einmal herzlich willkommen hier! :_cheesy_:

Die Saiten im Diskant unterliegen (auch bei sachgemäßer Berechnung) der höchsten Belastung, soll heißen, sie sind am nächsten zur Reißgrenze gespannt.
Aber das sollte natürlich nicht dauernd passieren. Deswegen macht es mich doch stutzig, dass alle drei Saiten nun gerissen sind, falls du sie wirklich nicht zu hoch gestimmt hattest.
Welche Harfe ist es denn genau, die du von Thomann bekommen hast?
Am besten einen Link, falls das die Administration toleriert (ansonsten gern per E-Mail an juergen@lilienherz.de).

Die »Umlenkrolle« heißt übrigens Sattelstift – manche sagen auch »Stegstift« (das finde ich unpassend, habe es an anderer Stelle begründet) oder »Umlenkstift«.

Dass Geige und Gitarre das Problem grundsätzlich nicht haben, liegt unter anderem daran, dass dort die Saiten bei weitem nicht so an die Reißgrenze gehen, wie bei Harfen im Diskant.

Liebe Grüße
Jürgen
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Das Ziel ist das Ziel.
Jürgen Steiner

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Re: großes "Saitensterben"

Beitragvon Harfenlehrling » Sa 11. Aug 2018, 14:37

Hallo Jürgen,
danke für deine super Erklärung! Ich versuche mal, dir hier den Link zu der Harfe von Thomann zu schicken. Ich hab auch gleich noch eine Frage: die letzten drei Saiten sind a, h und c. (also die höchsten Saiten meiner 36-saitigen Harfe) Gibt es da eine genaue "Bestellbezeichnung". Die vielen Angaben der unterschiedlichen Hersteller verwirren mich ziemlich. :_huh_:
Friede, Freude, Harfe! :_cheesy_:

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Re: großes "Saitensterben"

Beitragvon Harfenlehrling » Sa 11. Aug 2018, 14:41

https://www.thomann.de/de/thomann_celti ... 36_str.htm

Das ist der Link zu meiner Harfe. Ich hoffe das funktioniert. Einen Namen hat sie leider nicht.
Friede, Freude, Harfe! :_cheesy_:

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Re: großes "Saitensterben"

Beitragvon meinelehrerin » Sa 11. Aug 2018, 14:58

Hallo Harfenlehrling,

auch von mir ein herzlichen Willkommen!
Das mit dem Saitensterben bei deiner neuen Harfe ist wirklich ungewöhnlich, denn das sollte in dieser Häufigkeit nicht vorkommen - kann aber..... vor allem (zusätzlich zu den Hinweisen, der anderen), wenn deine Harfe neu eingespielt wird und sich das Holz und die Saiten erst an die Spannungen und Schwingungen gewöhnen müssen.
Also ich finde es seltsam, denn die Saiten meiner Harfen reißen bei der Böhmischen der Klangwerkstatt noch nie und bei der Silmaril immer mal wieder - und dann nicht im Diskant sondern ehr in der Mitte. Einfluss auf das Reißen kann auch die Luftfeuchtigkeit haben.
Das Nachbestellen der richtigen Saiten solltest du nur mit Hilfe des Saitenplanes machen, den du bei der Lieferung bekommen hast. Daraus ergeben sich die Durchmesser der jeweiligen Saiten, abhängig vom Material.
Falls du keinen hast, würde ich an deiner Stelle bei Thomann direkt anrufen und dort nachfragen. So wie ich gesehen habe, werden im Online-Shop entsprechende verwandte Produkte angezeigt und evtl. sind da auch die von dir benötigten Saiten dabei? Ich tendiere zu den Saiten in der weißen Verpackung, da bei diesen explizit auf die Harfe mit den 36 Saiten hingewiesen wird. Allerdings finde ich nur einen kompletten Satz und habe jetzt nicht lange gesucht. ABER wie oben schon gesagt, ist das von mir nur eine Vermutung und ich würde dort anrufen und mich beraten lassen!

Lieber Gruß

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Der Juergen
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Re: großes "Saitensterben"

Beitragvon Der Juergen » Sa 11. Aug 2018, 15:43

Hallo Jürgen,
danke für deine super Erklärung! Ich versuche mal, dir hier den Link zu der Harfe von Thomann zu schicken. Ich hab auch gleich noch eine Frage: die letzten drei Saiten sind a, h und c. (also die höchsten Saiten meiner 36-saitigen Harfe) Gibt es da eine genaue "Bestellbezeichnung". Die vielen Angaben der unterschiedlichen Hersteller verwirren mich ziemlich. :_huh_:

Sehr gern, und der Link klappt auch :_cheesy_:

Genau, das sind die drei obersten Saiten (wenn man von C-Dur ausgeht!).
In der üblichen Grundstimmung einer vollbeklappten Harfe, also »Es-Dur«, sind sie natürlich »As«, »B« (deutsch), und »C«!

Genau so würde ich sie auch unter Nennung der Harfe (Thomann Celtic Harp Ashwood 36 Str.) bestellen.
Telefonisch könntest du dann auch fragen, wie Thomann seine Saiten »durchzählt«.

Andere Anbieter, wie beispielsweise die Klangwerkstatt, haben extra dafür Abbildungen ins Netz gestellt, damit man sich bei der Bestellung »versteht«.

Wenn du woanders bestellst, brauchst du zwingend den genauen Durchmesser der ungedehnten Saite, also am überstehenden Ende am Stimmwirbel messen, oder am Saitenknoten, da kommst du ja nun dran, weil sie gerissen ist.
Messen mit einer Mikrometerschraube!
Und zwingend solltest du das richtige Material der Saite benennen.

Wenn die Saite wieder im gleichen Bereich reißen sollte, ist sie (oder die Mensur der Harfe) entweder falsch berechnet, oder es könnte auch noch an der Knickstelle liegen (scharfer Grat am Sattelstift).

An einen Zufall, dass es genau diese drei (durch Spiel oder häufiges Klappen nicht belasteten) Saiten trifft, mag ich nicht recht glauben.

Nachtrag:
Ein Saitenplan gehört im Normalfall zu einer Harfe dazu, die einzige vernünftige Begründung keinen auszugeben, kenne ich wiederum von der Klangwerkstatt, dazu hatte ich auch schon mal hier was geschrieben.
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Das Ziel ist das Ziel.
Jürgen Steiner

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Re: großes "Saitensterben"

Beitragvon Max » Sa 11. Aug 2018, 21:48

Ein Saitenplan gehört im Normalfall zu einer Harfe dazu, die einzige vernünftige Begründung keinen auszugeben, kenne ich wiederum von der Klangwerkstatt, dazu hatte ich auch schon mal hier was geschrieben.

Weißt Du noch wo Du das geschrieben hast?
LG Max
Ebenen sind der Gipfel geographischer Niveaulosigkeit.


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