Mein Baukurstagebuch der Lauterbach-Harfe

Du hast etwas schönes, ärgerliches, spannendes, trauriges mit deiner Harfe erlebt? Erzähl uns davon.
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Caitlin
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Mein Baukurstagebuch der Lauterbach-Harfe

Beitrag von Caitlin »

Wie schon angekündigt, möchte ich Euch gerne endlich - wie versprochen - ein paar Einblicke in meine Kurserfahrungen bei Bernhard Schmidt geben, wo ich als einzige Frau den Oktober-Baukurs 2011 mitgemacht habe. Da ich direkt im Anschluss an den Baukurs im Urlaub war und danach ins Krankenhaus musste, hat es doch eine Weile gedauert, ehe ich hier jetzt abschließend berichten kann.

Ich erzähle einfach mal von Anfang an:
Lange vorher hatte ich mir schon überlegt, welche Harfe es denn eigentlich werden könnte, da ich nicht einfach nur eine Harfe "von der Stange" wollte, denn etwas ganz Individuelles sollte her. Überlegungen über Schalllochgestaltung, Farbgebung, Verzierungen und Holzzierteile kamen und gingen und für das, was mir anfangs eigentlich für die Harfensäule vorschwebte, hätte ich einen Bildhauer beauftragen müssen und das wäre für mich als Auftragsarbeit leider völlig unbezahlbar geworden. Dann habe ich über Karsten von der Lauterbach-Harfe erfahren und war sofort Feuer und Flamme. Leider fiel der erste geplante Baukurs jedoch aus und es wusste damals niemand zu sagen, ob und wann ein Ersatzkurs folgen würde ... und eine andere Harfe kam für mich zu diesem Zeitpunkt bereits schon nicht mehr in Frage, da ich zudem auch noch unbedingt selbst bauen wollte.

Als dann endlich die neue Ausschreibung kam, war ich sogar die Erste, die sich angemeldet hatte und bis zum Baukursbeginn habe ich die Tage ... und dann die Stunden gezählt :_wink_:

Ich hatte zwar schon ein wenig Erfahrung im Umgang mit Holz (ich habe in meiner letzten Wohnung 90 qm Laminat verlegt, eine Holzdecke eingezogen und im Kinderzimmer eine 2. Etage eingebaut) und bin einfach mal davon ausgegangen, dass der Baukurs auch "irgendwie zu schaffen" ist. Als ich jedoch das erste Mal in der Werkstatt von Bernhard Schmidt stand, traf mich fast der Schlag. Statt des erwarteten gut sortierten Wandregals mit Holzbrettchen in allen erdenklichen Größen und Formen (wie ich das aus Baumärkten gewöhnt bin), empfing mich auf dem Fußboden eine dicke, fette, schwere, rohe Holzbohle, als sei sie gerade erst aus dem Sägewerk geliefert worden. Ehrlich gesagt, blieb mir erst einmal die Spucke weg und ich dachte nur, "Menschenskind, worauf hast du dich da nur eingelassen"!!!

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Bernhard hat uns dann als erstes gezeigt, wie wir die Schablone für den Harfenhals und die -säule auf der Holzbohle positionieren und "unsere" Teile vorzeichnen. Wichtig war dabei, dass von beiden Seiten weder Astlöcher, noch Risse im benötigten Holzareal zu finden waren. Also haben wir munter hin- und herprobiert, bis wir uns endlich für eine bestimmte Stelle im Holz entscheiden konnten. Wenn ich alleine daran denke, wie viel Abfallholz dabei anfiel, weil man ja nicht einfach stückeln und dann wieder zusammenkleben konnte, muss ich immer noch Schmunzeln. Da lohnt sich ein Holzofen in der Wohnung des Harfenbauers auf jeden Fall :_grin_:

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Jeweils zu zweit haben wir die Bohlen dann zur Bandsäge geschleppt, denn alleine bekommt man sie nicht hoch, also jedenfalls ICH nicht. Wir haben dann entlang der gezeichneten Linien großzügig ausgesägt, damit wir die Feinarbeiten im nächsten Arbeitsschritt am Bandschleifer machen konnten.

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Und dann kam unsere - von Bernhard bereits angekündigte - zukünftige Lieblingsaufgabe, die uns den kompletten Baukurs hindurch immer wieder begleitet hat ... das Schleifen mit der Hand ... und ich meine damit nicht nur ein paar Minuten lang, sondern ich habe in den 10 Tagen im Baukurs wirklich in jeder freien Minute geschliffen, bis meine Säule und der Harfenhals so glatt wie ein frisch polierter Kinderpopo waren!

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Nachdem wir die Säule und den Harfenhals auf die richtige Größe gearbeitet hatten, kam auch gleich der nächste Arbeitsschritt: In die Harfensäule musste auf der Unterseite ein langes Loch, in das später der Harfenhals versenkt werden sollte ... und der Harfenhals seinerseits musste an dieser Stelle entsprechend verschlankt werden, damit er in das Loch überhaupt reinpasste. Wir bohrten dabei als erstes mehrere nebeneinanderliegende Löcher mit dem Senkbohrer vor, damit wir nicht alles mit der Hand herausschnitzen mussten.

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Danach kam dann die Feinarbeit mit allen Arten von Stechbeiteln, Kerbschnitzbeiteln, Zierschnitzeisen und Feilen, bis wir schon am zweiten Abend beide Teile ordentlich zusammenstecken konnten.

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Jetzt konnte man bereits gut erkennen, was es einmal werden sollte. Wichtig war, dass beide Teile passgenau ineinander gesteckt werden konnten, um die spätere Klebefuge so schmal wie möglich zu haben.

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... to be continued (ich schaffe es leider nicht, alles an einem Tag zu schreiben, also habt ein wenig Geduld mit mir, ich versuche es einigermaßen zügig zu ergänzen) :_smile_:
Zuletzt geändert von Caitlin am Mi 14. Dez 2011, 15:07, insgesamt 10-mal geändert.
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Cecilia
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Re: Mein Baukurstagebuch der Lauterbach-Harfe

Beitrag von Cecilia »

Danke Caitlin,
das interessiert mich sehr und ich bin sehr gespannt auf die Bilder :_cheesy_:
Brigitte L.

Re: Mein Baukurstagebuch der Lauterbach-Harfe

Beitrag von Brigitte L. »

Das hört sich nach richtig viel Arbeit an. Ich finde es sehr spannend einen Einblick zu bekommen, wie eine Harfe von Anfang an entsteht.Ich freue mich auf Bilder und weitere Berichte.

Lieben Gruß, Brigitte
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Caitlin
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Re: Mein Baukurstagebuch der Lauterbach-Harfe

Beitrag von Caitlin »

Und weiter geht's:

Als nächstes haben wir die Schablone noch einmal auf den Harfenhals aufgelegt und mit einer Ahle alle Löcher vorgestanzt, wo später Löcher für die Wirbel und Stifte gebohrt werden müssen.

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Die Löcher wurden dann mit unserem guten alten Bekannten, dem Senkbohrer gebohrt :_wink_:

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Und fertig waren die Löcher!

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Damit die verschiedenen Bauteile später nicht so scharfkantig sind, haben wir alles mit einer Fräse bearbeitet und dann ... Ihr werdet es sicher schon erraten haben ... natürlich wieder mit der Hand fertig geschliffen und damit perfekt gerundet.

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bastian
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Re: Mein Baukurstagebuch der Lauterbach-Harfe

Beitrag von bastian »

Ich verfolge diesen Thread auch mit größter Neugier.

Grüße in die alte Heimat.
Sebastian
Nulla vita sine musica.
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Caitlin
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Re: Mein Baukurstagebuch der Lauterbach-Harfe

Beitrag von Caitlin »

Nachdem die Löcher im Harfenhals alle fertig gebohrt waren, ging es weiter ans Vorbereiten der 1. Klebephase:

Harfenhals und Harfensäule sollten nun durch einen 2-Komponenten-Klebstoff (dessen genaue Inhaltsstoffe nur Bernhard kennt :_grin_: ) untrennbar miteinander verbunden werden. Zunächst haben wir zur Vorbereitung die Ränder rund um die entsprechenden Klebestellen mehr als großzügig abgeklebt, damit etwaig herausquellender Klebstoff nicht zu viele Spuren auf dem Holz hinterlässt und dann später mühsam abkratzt und die Stellen erneut geschliffen werden mussten.

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Während das Werkstück nun stundenlang zusammenkleben und trocknen musste, haben wir die Zwischenzeit fleißig dafür genutzt, um unsere Klangdecken zu bauen. Meines Wissens ist der Kurs bei Bernhard der Einzige, wo man dies selber tun kann; bei allen anderen Baukursen wird die Klangdecke bereits fix und fertig zur Verfügung gestellt. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich nicht mal gewusst habe, dass das gar kein durchgehendes dünnes Brett ist, sondern aus ganz vielen einzelnen Brettchen zusammengestückelt wird, welche jeweils an den Längsseiten miteinander verklebt werden. Wer früher als Kind gerne gepuzzelt hat, war hier also goldrichtig :_wink_:

Zunächst erhielten wir alle 4 Fichtenbretter, aus denen wir Teilstücke herausarbeiten mussten, die mal wieder keinerlei Astlöcher oder Risse aufwiesen. Nachdem wir dann alle Brettchen zusammengesägt hatten, mussten die Längsseiten, die später miteinander verklebt werden sollten, ganz akkurat glatt gehobelt werden. Im Blick der jeweiligen Fuge gegen das Licht konnten wir immer erkennen, wo noch ein Eckchen übrig war, das weggeschliffen werden musste. So vergingen die Stunden in mühevoller Bastelarbeit.

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Doch wer jetzt glaubte, er hätte es geschafft, der wurde durch Bernhard ganz schnell eines Besseren belehrt. Jedes kleine Brettchen musste jetzt erst einmal seinen "Bruchtest" bestehen. Natürlich fielen dem eine ganze Reihe Brettchen zum Opfer und wir fingen wieder von vorne an ... es wäre ja auch zu schön gewesen. Fluchend habe ich also weiter gestückelt und war drauf und dran, die Flinte ins Korn zu werfen. Bernhard hat uns dann aber glücklicherweise erklärt, dass gerade die Klangdecke ganz besonders viel aushalten muss, wenn später die Saiten erst einmal drauf sind und alles ordentlich unter Spannung steht. Insofern waren dann eigentlich die paar gebrochenen Brettchen nicht ganz so schlimm, als später eine gebrochene Klangdecke an der fertigen Harfe :_grin_:

Dann kam die 2. Klebephase:
Die Fichtenbrettchen wurde alle miteinander mit Holzleim verleimt und damit die langen Holzleisten, die wir zum Stabilisieren längs über die gesamten Brettchen gelegt und mit Schraubzwingen eingeklemmt hatten, nicht später am Holzleim mit festklebten, haben wir bei jeder Leimfuge auf die Ober- und Unterseite ein Stück altes Zeitungspapier gelegt, bevor dann die Leisten und danach die Schraubzwingen darauf befestigt wurden.

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Als wir nach ein paar Stunden die Schraubzwingen und Leisten abnahmen, durften wir die Zeitungsreste so gut es ging entfernen. Auf der Innenseite war es ohnehin nicht weiter tragisch, dass die Reste noch sichtbar waren und auf der Vorderseite wurde später noch gründlich geschliffen, so dass vom Zeitungspapier dann nichts mehr zu sehen war.

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Aber auch die Wartezeit beim Kleben der Klangdecke haben wir natürlich sinnvoll genutzt. Inzwischen war nämlich der Klebstoff am Harfenhals und der Harfensäule ausgehärtet; also auch hier alle Hilfsleisten und Schraubzwingen abnehmen und die Klebereste so gut es geht entfernen.

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Und nach dem Abschleifen:

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Caitlin
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Re: Mein Baukurstagebuch der Lauterbach-Harfe

Beitrag von Caitlin »

Hier auch mal eine Ansicht der tollen Holzmaserung, die bei meiner Harfe rauskam ... da hätte ich im Leben nicht mit gerechnet, als ich anfangs die rohe Bohle vor mir liegen hatte :_grin_:

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Nachdem alle Harfenhälse mit den Harfensäulen verklebt und entsprechend glatt geschliffen und poliert waren, durften wir diese Teile endlich das 1. Mal einölen. Benutzt haben wir dafür das farblose Naturöl-Siegel von Livos (Kunos). Dadurch kam die Maserung im Holz noch einmal richtig raus.

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Und hier sind die ersten beiden fertigen Stücke in französischer Wildkirsche und in edlem Nussbaum (gelle Andreas?!? :_wink_: )

Bild ... und dann sind es drei: Bild
Zuletzt geändert von Caitlin am Di 20. Mär 2012, 10:45, insgesamt 3-mal geändert.
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tinamuh
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Re: Mein Baukurstagebuch der Lauterbach-Harfe

Beitrag von tinamuh »

Nochmals 1000 Dank, dass du dir die Zeit für diesen tollen Bericht nimmst. Dies ist eine unschätzbare Dokumentation vom Bau einer Harfe für alle, denn die meisten werden noch nie gesehen haben, wie eine Harfe entsteht. Ich denke, das sollte auch irgendwann seinen Weg ins Wiki finden.
tinamuh .... weil ich manchmal einfach muhen muss.
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Caitlin
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Re: Mein Baukurstagebuch der Lauterbach-Harfe

Beitrag von Caitlin »

Aber gerne Tina ... es macht mir ja auch Spass, alles noch einmal Revue passieren zu lassen. :_wink_: :_wink_:

Und weiter geht's ... der Korpus steht ab jetzt vorrangig auf dem Programm:

Zunächst haben wir uns eine Schablone für die Rückwand und für die Seitenteile erarbeitet. Diese Schablonen wurden wieder auf die rohen Bohlen aufgelegt, alles mit Bleistift nachgezeichnet, dann mit der Bandsäge erst rundherum grob ausgeschnitten und dann noch einmal in Scheibchen geschnitten. Damit die dann nicht so buckelig waren, ging es so lange durch den Hobel, bis wir jeder auf beiden Seiten eine schöne glatte Oberfläche hatten.

Hier mal ein Bild von meiner zukünftigen Rückseite ... frisch aus der Hobelbank ... und erst einmal beiseite gestellt:
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Ähnlich haben wir dann auch die Seitenteile erst aufgemalt, dann gesägt, geschnitten und gehobelt ... und dann verleimt. Das Bodenbrett sowie das kleine Brett ganz oben ist aus Multiplex, weil sich dieses Holz nicht verzieht und äusserst stabil ist. Für die Stabilität während des Klebevorganges hatte uns Bernhard glücklicherweise einen Baukasten zur Verfügung gestellt, so dass die dünnen Seitenbretter nicht durch den Druck der Schraubzwingen zerbrechen konnten:
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Nachdem alles fleißig getrocknet war, sah der vorläufige Korpus SO aus:
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Re: Mein Baukurstagebuch der Lauterbach-Harfe

Beitrag von Caitlin »

Nachdem das Grundgerüst vom Korpus also fertig war, kam die Rückseite dran. Die beiden Hälften mussten erst einmal miteinander verleimt werden. Um von vorneherein zu verhindern, dass zuviel überquellender Klebstoff das Holz verunreinigt, haben wir es entlang der Klebekante mit einfachem Paketband abgeklebt. Parallel zur Klebekante kamen wieder Holzleisten über die komplette Fläche, auf der wir die Schraubzwingen anbrachten.
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Als nach einiger Zeit alles schön getrocknet war, konnte die Schraubzwingen ab, ebenso die Befestigungsleiste. Dann musste das Klebeband abgefummelt und die überschüssigen Klebereste abgekratzt werden. Wichtig war hierbei, dass man dabei äusserst vorsichtig zu Werke ging, damit beim Abschaben der Klebereste nicht gleichzeitig auch kleine Holzfasern mit abgerissen wurden. Im Anschluss wurde dann die komplette Oberfläche mit dem Tellerschleifer glatt geschliffen.
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Auf dieser "sauberen" Fläche durften wir uns jetzt zwecks Schalllochgestaltung nach Herzenslust austoben. Egal ob eckig, rund oder mit kleinen Bögen ... der Fantasie waren keine Grenzen gesetzt, solange alles im zeitlichen Rahmen blieb. Ich habe also erst einmal munter drauflos gemalt und dann festgestellt, dass mir die kleinen Ecken irgendwie doch viel zu groß waren. Also wurde alles wieder wegradiert und etwas filigraner gemalt. Und bei aller Liebe zu ausgefallenen Dingen sollte man dabei auch nie vergessen, dass da später ja auch noch unsere Finger durch passen müssen, wenn wir die Saiten aufzuziehen. Wer also seine Schalllöcher zu klein gestaltet, hat später ein heilloses Gefummel und ich vermute, dass einem dabei auch der Schmetterlingsknoten relativ schnell wieder aufgeht, wenn man ihn beim Saitenaufziehen nicht wenigstens mit einer Hand fixieren kann.
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Nun mussten die aufgezeichneten Schalllöcher natürlich ausgesägt werden. Als erstes haben wir also mit dem Forstnerbohrer ein paar schöne große Löcher gebohrt und den Rest mit der Stichsäge fertig ausgesägt:
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Die Kanten haben wir dann mit allen möglichen kleinen und großen Feilen bearbeitet und zuguterletzt mit dem Schleifpapier gerundet, damit die Schalllöcher nicht so scharfkantig sind. Aber auch der Tellerschleifer kam dabei nochmal zum Einsatz, bis wir alle eine 1a glatte und polierte Oberfläche hatten.
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Danach haben wir auf die kurzen Stücke zwischen den Schalllöchern quer zur Gesamtlänge noch kleine Holzleisten aufgeklebt, um diese Stellen zusätzlich zu verstärken:
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