Musikempfehlungen für Harfe und Ehrenamt

Benutzeravatar
Yoshi
nicht mehr wegzudenken
Beiträge: 221
Registriert: Do 19. Aug 2010, 14:49
Postleitzahl: 41239
Land: Deutschland
Meine Harfe(n): Sind grün und schwarz.
Wohnort: Mönchengladbach
Kontaktdaten:

Re: Musikempfehlungen für Harfe und Ehrenamt

Beitrag von Yoshi »

Man sollte halt einfach keinen Unterschied machen...

Warum die Menschen sich so über Musik freuen? Sie vereinfacht ihnen das "im hier und jetzt sein". Das sind die wenigen Momente wo mal das dumme Hirn raus aus der Zukunft kommt...

Also - keinen Kopf machen und einfach ein schönes Konzert spielen. Mehr - aber ganz bestimmt auch nicht weniger - kann man nicht tun.
Außerdem - wer will jetzt mit "Klassenunterschieden" beim spielen anfangen...?

LG

Yoshi
...und dann bat mich der Dirigent, etwas höher zu spielen...
Benutzeravatar
Irmtraud
nicht mehr wegzudenken
Beiträge: 159
Registriert: Mi 5. Aug 2009, 19:12
Postleitzahl: 21079
Land: Deutschland
Meine Harfe(n): Ich besitze zwei Klangwerkstatt-Harfen, eine selbstgebaute böhmische und neuerdings eine Reiseharfe, ebenfalls selbst gebaut.
Kontaktdaten:

Re: Musikempfehlungen für Harfe und Ehrenamt

Beitrag von Irmtraud »

Hallo Murgröna,
ich habe bei meinen Vorspielsituationen die Erfahrung gemacht, dass Harfenmusik immer sehr berührend ist, egal was man spielt. Andererseits merke ich aber immer wieder, das die Zuhörer auf Musik, die ihnen bekannt ist, viel stärker reagieren. Besonderen Spaß macht es auch, die Akkorde zu spielen und die Leute mitsingen zu lassen, vielleicht zwischendurch auch mal eine Strophe die Musik zum Zuhören spielen.
Ich wünsche Dir viel Spaß!
Irmtraud
Benutzeravatar
Kamelino
ganz schön fleißig
Beiträge: 52
Registriert: Mo 13. Okt 2008, 13:08
Postleitzahl: 13507
Land: Deutschland
Meine Harfe(n): Zur Zeit keine, aber Harfenfieber ist unheilbar ;)
Wohnort: Berlin

Re: Musikempfehlungen für Harfe und Ehrenamt

Beitrag von Kamelino »

Liebe Murgröna und und liebe andere Harfenverrückte,

dieses Thema spricht mich auch sehr an, weil ich etwas ähnliches vorhabe wie Du. Meine Schwiegermutter ist seit Anfang Dezember im Pflegeheim und so kam mir die Idee, dort einmal zu spielen.

In diesem Zusammenhang beschäftigt mich noch ein anderes Thema. Nämlich, wie ist das mit den Rechten der gespielten Stücke. Habe vor kurzem erst in einer Zeitung gelesen, das in Zukunft sogar Kindergärten an die GEMA zahlen sollen für die Lieder, die dort gesungen werden.
Nun spiele ich auch noch nicht so lange (3 Jahre) und mein Repertoire ist nicht so wahnsinnig groß. Bei Volksliedern besteht sicher kein Problem, aber ich würde auch gern was von Ortiz spielen oder etwas aus den Heften von Herrn Pampuch oder viell. ein Stück aus den 70ern. Ich weiss nicht, wie ich mich da verhalten soll. Meine Idee wäre, das ganze als geschlossene Veranstaltung zu halten, ich habe aber noch nicht mit der Heimleitung gesprochen.
Oder muss ich mir da gar keine Sorgen machen?

Viele Grüße
Kamelino
Oliver

Re: Musikempfehlungen für Harfe und Ehrenamt

Beitrag von Oliver »

Hallo!

Es ist einfach so, dass bei bekannten Stücken der Wiedererkennungseffekt einsetzt und schon freuen sich die Menschen. Man bleibt halt gern beim Alten, sich öffnen für Neues würde einen Mehraufwand bedeuten, denn man müsste im Hirn eine neue Schublade öffnen, um das Neue, was sich mit nichts anderem, bereits Erfahrenem vergleichen lässt, einzuordnen. Schade, ist aber leider oft so.

GEMA… das ist ein ganz heißes Thema. Im Zweifelsfall ist der Veranstalter (auch wenn er ungewollt dazu geworden ist) der Dumme, denn er wird zur Kasse gebeten. Ein einschlägiges Beispiel findet man hier. Da kann man nur den Kopf schütteln. Aber man kann (vielleicht) auch vorsorgen. Leider sind die Formulare der Gema nicht sonderlich geeignet, wenn man noch nicht weiß, welche Stücke man spielen wird. Da könnte ja jemand aus dem Publikum rufen: "Spielen Sie doch mal das Stück…" und schon ist die ganze Anmeldung dahin.

Die Gema unterstellt nämlich zunächst einmal grundsätzlich bei jeder musikalischen Veranstaltung, dass die präsentierten Stücke Gema-pflichtig sind. Der Veranstalter muss das Gegenteil beweisen. Nicht angemeldete Veranstaltungen - auch wenn nur Gema-freie Musik gespielt wird - werden automatisch mit dem doppelten Satz berechnet. So auch im obigen Beispiel geschehen.

Es wäre also zu klären, ob das Musizieren in einem Pflegeheim eine meldepflichtige Veranstaltung ist oder ob es eine rein private Geschichte ist oder wie auch immer. So, nun alle Gema-Experten bitte nach vorne! :_grin_:

Viele Grüße
Oliver
Benutzeravatar
kragi
nicht mehr wegzudenken
Beiträge: 1009
Registriert: Di 6. Apr 2010, 19:41
Postleitzahl: 61209
Land: Deutschland
Meine Harfe(n): Erste und einzige:

Chromatische Harfe 6x6 vom Baukurs der Klangwerkstatt mit Christoph Löcherbach,
Heiligengrabe, 20. Juni 2010

Re: Musikempfehlungen für Harfe und Ehrenamt

Beitrag von kragi »

Oliver hat geschrieben:... So, nun alle Gema-Experten bitte nach vorne! :_grin_:
... da muss doch irgendwo schon ein GEMA-Tread sein, oder?
Das wäre ja auch leichter wiederzufinden.
Ich geh mal die Suchfunktion bemühen ...


EDIT:
Ja, also, da gibts jede Menge.
Die Links hier zu posten, spar ich mir jetzt mal.

Wie wäre denn eine eigene Rubrik "GEMA und Urheberrecht" bei "Musik (Spieltechnik, Musikstücke, Arrangements etc.)"?
I don't play like Miles and Louis. Daher sind meine Noten kein Jazz und können auch nicht weg!
Benutzeravatar
DS aus MOD
nicht mehr wegzudenken
Beiträge: 526
Registriert: Fr 13. Jul 2007, 12:55
Postleitzahl: 87616
Land: Deutschland
Meine Harfe(n): Aurelia - chromatische Harfe 6/6 aus Baukurs der Klangwerkstatt ( Jan. 2006 )

und

No1 - kleine chromatische Harfe Eigenkonstruktion und Eigenbau ( Okt. 2007 )

und

No2 - derzeit in Planung
Wohnort: Marktoberdorf
Kontaktdaten:

Re: Musikempfehlungen für Harfe und Ehrenamt

Beitrag von DS aus MOD »

Oliver hat geschrieben:So, nun alle Gema-Experten bitte nach vorne! :_grin_:
Durch unsere Presse geistert gerade die Nachricht, daß selbst die Kindergärten ab diesem Jahr wegen der Praxis Noten für die Kids zu vervielfältigen pauschal alle für diesen suspekten Verein zahlen sollen.
Unsere ehemaligen Schlagersternchen und Co. wird´s freuen :_grin_:

Fröhliche Neujahrsgrüße
Dieter
Ich bin doch nicht beklappt :_smile_:

Von allen Tieren liebe ich ganz besonders den Amtsschimmel.
Benutzeravatar
Murgröna
nicht mehr wegzudenken
Beiträge: 104
Registriert: Di 7. Sep 2010, 13:04
Land: Deutschland
Meine Harfe(n): "Shamrock" von Lyon & Healy; "Juno" von Salvi

Re: Musikempfehlungen für Harfe und Ehrenamt

Beitrag von Murgröna »

Kamelino hat geschrieben:In diesem Zusammenhang beschäftigt mich noch ein anderes Thema. Nämlich, wie ist das mit den Rechten der gespielten Stücke. Habe vor kurzem erst in einer Zeitung gelesen, das in Zukunft sogar Kindergärten an die GEMA zahlen sollen für die Lieder, die dort gesungen werden.

Nun spiele ich auch noch nicht so lange (3 Jahre) und mein Repertoire ist nicht so wahnsinnig groß. Bei Volksliedern besteht sicher kein Problem, aber ich würde auch gern was von Ortiz spielen oder etwas aus den Heften von Herrn Pampuch oder viell. ein Stück aus den 70ern. Ich weiss nicht, wie ich mich da verhalten soll. Meine Idee wäre, das ganze als geschlossene Veranstaltung zu halten, ich habe aber noch nicht mit der Heimleitung gesprochen.
Oder muss ich mir da gar keine Sorgen machen?
Hallo Kamelino!

Da habe ich - ehrlich gesagt - noch gar nicht drüber nachgedacht! :_shocked_: Wie gut, daß Du das Thema erwähnst!
Ich glaube, ich werde auf Nummer Sicher gehen und nur die Volkslieder bzw. Traditionals spielen, von denen ich wirklich sicher weiß, daß keine GEMA-Gebühren anfallen dürften (irgendwo gab es aber auch den Thread, in dem darauf aufmerksam gemacht wurde, daß vermeintliche Traditionals manchmal eben doch bei Aufführung gebührenpflichtig werden.. also Augen auf!).

Ich werde das Thema auf jeden Fall am Freitag mal im Heim ansprechen. Die haben ja schon sehr lange Erfahrung mit verschiedensten Musikern (außer Harfenspielern :_smile_: ) und Aufführungen. Vielleicht wissen die mehr. Ich werde berichten!

Viele Grüße!
annunziato
nicht mehr wegzudenken
Beiträge: 338
Registriert: Di 23. Sep 2008, 18:48
Postleitzahl: 2882
Land: Schweiz
Wohnort: Nordwestschweiz

Re: Musikempfehlungen für Harfe und Ehrenamt

Beitrag von annunziato »

Wenn das Altersheim ein bisschen konfessionell angehaucht ist oder es rituelle / konfessionelle Rahmensetzungen gibt, sind auch die alten Kirchenlieder sehr gut anknüpfungsfähig. Es ist z.T. ganz erstaunlich, was passiert, wenn man den Leuten Kirchenlieder aus ihrer Konfirmationszeit vorspielt. Da gab es total Demente, die konnten sämtliche Strophen von "geh aus, mein Herz und suche Freud" und "ich steh an deiner Krippen hier" (da wussten sie auch, dass es was mit Weihnachten zu tun hat) singen und waren hinterher noch zwei Stunden lang klar. Die Heimleitung und Pflegekräfte haben sich kaum eingekriegt. Sehr spannend ist dann auch, was solche Dinge dann an Zeitzeugen-Erzählungen noch nach sich ziehen können. Umso wichtiger ist es, dass man so etwas tut.
Das funktioniert natürlich nur, wenn es in der Jugend eine entsprechende Sozialisation gegeben hat, hat es aber ja sehr oft. Da gibt's dann definitiv auch keine GEMA-Probleme, insbesondere wenn man sich die Arrangements selber zusammenfummelt. Dann schriebt man eben "Melodie ev. KGB, arr. xy{hier bitte Name einsetzen}" und gut ist.
Nur durch Harfe spielen lernt man Harfe spielen. (Aristoteles)
Benutzeravatar
Irmtraud
nicht mehr wegzudenken
Beiträge: 159
Registriert: Mi 5. Aug 2009, 19:12
Postleitzahl: 21079
Land: Deutschland
Meine Harfe(n): Ich besitze zwei Klangwerkstatt-Harfen, eine selbstgebaute böhmische und neuerdings eine Reiseharfe, ebenfalls selbst gebaut.
Kontaktdaten:

Re: Musikempfehlungen für Harfe und Ehrenamt

Beitrag von Irmtraud »

Hallo,
mit dem GEMA-Problem habe ich mich auch schon mal auseinandergesetzt. Ich zitierte hier mal den § 52 Urheberrechtsgesetz, den man auf der Internetseite der GEMA finden kann:

"Die Vergütungspflicht entfällt für Veranstaltungen der Jugendhilfe, der Sozialhilfe, der Alten- und Wohlfahrtspflege, der Gefangenenbetreuung sowie für Schulveranstaltungen, sofern sie nach ihrer sozialen oder erzieherischen Zweckbestimmung nur einem bestimmt abgegrenzten Kreis von Personen zugänglich sind. Dies gilt nicht, wenn die Veranstaltung dem Erwerbszweck dient."

Vielleicht dient das der weiteren Aufhellung. Ich spiele im öffentlichen Raum nur Musik, die der GEMA nicht unterliegt. In einem Telefonat hat mir eine Angestellte der GEMA gesagt, dass bei Musikveranstaltungen grundsätzlich die GEMA-Vermutung gilt. Auf meine Frage, ob ich gemafreie Musik anmelden MUSS, hat sie mir gesagt, sie würden sich freuen, wenn ich das täte!!!! Daraus habe ich den Umkehrschluss gezogen, dass ich nicht anmelden muss, und eine Freude muss ich der GEMA doch wirklich nicht machen.

Irmtraud
Benutzeravatar
Murgröna
nicht mehr wegzudenken
Beiträge: 104
Registriert: Di 7. Sep 2010, 13:04
Land: Deutschland
Meine Harfe(n): "Shamrock" von Lyon & Healy; "Juno" von Salvi

Re: Musikempfehlungen für Harfe und Ehrenamt

Beitrag von Murgröna »

Hallo!

Ich hatte gestern "Premiere" im Altenheim, und es war wirklich ganz schön!

Gespielt habe ich im Wohnküchen-Sitzecken-Bereich einer Etage, wo ich mich dann glücklicherweise nicht ganz so exponiert gefühlt habe wie in einer Aula oder so, und die Leute auch kommen und gehen konnten, wie sie wollten.

Der erste Kommentar einer alten Dame, als der Leiter des Sozialen Dienstes fröhlich sagte: "Schauen Sie mal, wir haben hier eine echte Harfe! So was hatten wir noch nie!": "*brummelbrummelgrummel* Da hab' isch doch nix mit am Hut... *grummel*" :_cheesy_: War irgendwie ganz witzig. Er selbst war nämlich total begeistert und hat nach einer kurzen Einweisung meinerseits auch gleich "Alle meine Entchen" geklimpert.

Tja, und dann war irgendwie nix mit ordentlich Einspielen und Noten sortieren und so - ich habe mehr oder weniger direkt losgelegt. Ich habe die irischen und schwedischen Stücke gespielt, die ich kannte (viele aus den Heften von Chr. Pampuch), und zwischendurch habe ich mir von den Zuhörern was vorsingen lassen (nämlich die alten Volkslieder, von denen ich total viele gar nicht kannte). War sehr lustig. Ich war natürlich ziemlich nervös, und habe auch vorher angekündigt, daß ich das keineswegs professionell mache oder schon oft jemanden vorgespielt hätte. Aber da müssten wir jetzt alle gemeinsam durch. (Die Lacher waren dann auf meiner Seite. :_wink_: )
Verspielt/verhaspelt habe ich mich dann leider auch ein paar Mal, aber irgendwie ging es schon.
Am Ende wurde ich noch um eine schöne Abschlussmelodie gebeten, und habe mich dann einfach mal getraut, ein Lied zu spielen und zu singen. Alles in Allem war es also eine schöne Erfahrung. Eine Dame hat sich nach jedem Stück extra bedankt - sehr süß; und ein Herr hat auch ab und zu mal Zwischenfragen zum Instrument und so gestellt.

Ich glaube, es hat den meisten gut gefallen und deshalb bin ich wirklich zufrieden. Ich freue mich schon aufs nächste Mal!

Viele Grüße an die Interessierten!
Murgröna
Antworten