Anzeichen für einen Halsbruch, was tun ?

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Orkanica
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Re: Anzeichen für einen Halsbruch, was tun ?

Beitragvon Orkanica » Di 3. Apr 2018, 19:27

Endlich das letzte Bild... :_grin_:
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Der Juergen
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Re: Anzeichen für einen Halsbruch, was tun ?

Beitragvon Der Juergen » Di 3. Apr 2018, 20:34

Danke für das Bild!

Es entspricht genau dem, was ich mit den »Scherbewegung« gemeint habe. Man kann also sagen, dass die Harfe vorn an der Hals-Vorderstangen-Verbindung nach hinten weg"geschert" wurde. Der Versatz des Halses an der Schulter gegenüber dem Oberklotz des Korpus ist ja ebenfalls sehr eindeutig.

Ich würde immer noch wetten, dass der Zapfen/Dübel in der Schulter (Hals-Korpus-Verbindung) nen Schlag weg hat oder das Dübelloch oben in der Schulter geweitet wurde und dadurch (mit) für die Risse gesorgt hat.

Wenn die Harfe mal gestürzt war, kann auch ein Haarriss dabei entstanden sein, der nun durch die starke Trocknung aufgeweitet wurde und evtl. neue Risse begünstigt hat.

Im Moment würde ich dir auch raten, gleich zu einem Harfenbauer zu gehen, ehe die Schäden zunehmen.
Den von dir befürchteten Halsbruch sehe ich (zumindest mit den paar Bildern) trotzdem nicht drohen.
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Re: Anzeichen für einen Halsbruch, was tun ?

Beitragvon Der Juergen » Di 3. Apr 2018, 23:31

Ich habe gerade erst in meine Mails geschaut, danke für die vielen hochaufgelösten Bilder.

Letztendlich sagen sie aber auch nicht wesentlich mehr aus, als die hier gezeigten.
Ein Riss am Hals rechts vorne (oben) ist da noch deutlich zu sehen, das mag ein reiner Trockenriss sein, der (weitere) Riss längs der ersten Halswirbel auf der rechten Seite ist nicht sehr kritisch, da der Hals ja nicht aus einem Brett gefertigt ist.

Ob sich die Vorderstange gesenkt hat oder von vornherein so tief angesetzt war, weiß ich natürlich nicht.

Leider habe ich gerade keine Zeit mehr, hier weitere Bilder zu zeigen, denn ich muss unerwarteterweise morgen schon sehr früh Richtung Burghauser Harfenfrühling mit einem ungeplanten Umweg, und ich habe noch meine Sachen zu packen.

Ich kann die Bilder aber in Burghausen anderen Harfenbauern zeigen und mich dann melden.
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Re: Anzeichen für einen Halsbruch, was tun ?

Beitragvon Ladev » Mi 4. Apr 2018, 00:52

Hallo Orkanica,

danke für die vielen Bilder.

Ich kann jetzt die Aussage des Harfenbauers nachvollziehen,
aber mit der Ergänzung, dass die Harfe eventuell auch so
die nächsten 10 Jahre noch Überleben kann.
Sie hat halt sehr viele feine und gröbere Trockenrisse
an Hals und an der Hals -Säulenverbindung
die sich sehr schwer einschätzen lassen.
Da ich diese Verbindungsart nicht nutze, kann ich
dazu auch nicht mehr sagen.
Beim Korpus sehe ich keine Probleme.
Eine etwas geringere Spannung und die Schließung
der großen geöffneten Leimfuge am Hals bei der
Schulter wären eine gute Maßnahme um ihr Leben
zu verlängern.

Noch was zur Luftfeuchtigkeit.
Schimmelbildung fängt in Wohnungen
schon bei etwas über 60% an und 70%
mögen manche Harfen auch nicht so gerne.
Zwischen 40 und 60 ist immer optimal für
Mensch und Instrument.

LG
Detlev

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Re: Anzeichen für einen Halsbruch, was tun ?

Beitragvon Orkanica » Mi 11. Apr 2018, 18:59

Danke.Mittlerweile hat sich auch Pilgrim gemeldet und sie gehen auch von Trockenrissn aus. Sie haben mir einen (Konzert-) harfenbauer am Starnberger See genannt, der Pilgrim Harfen kennt. Zumindest ein erster Schritt auf der Suche nach einem Harfenbauer...

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Re: Anzeichen für einen Halsbruch, was tun ?

Beitragvon Der Juergen » Do 12. Apr 2018, 07:10

Hi,

in Burghausen habe ich die Bilder Jonathan Dentler gezeigt, und er war eher vorsichtig mit einer Aussage (»Ferndiagose«), ohne die Harfe selbst zu sehen.

Klar gibt es den Konzertharfenbauer Klaus Horngacher am Starnberger See, ob Horngacher allerdings auch defekte neo-irische Harfen repariert, weiß ich nicht. Die Firma ist ja vor allem als Top-Marke (eher hochpreisig) im Konzertharfenbau bekannt und gefragt.
Aus dem Grund ist vermutlich auch noch keiner auf die Idee gekommen, hier Horngacher zu nennen.

»Kennen« muss man Pilgrim-Harfen nicht, um ein solches Modell zu reparieren, das kann jeder Harfenbauer, der »sein Handwerk« beherrscht.

Offtopic:Persönlich finde ich übrigens sehr sympathisch und bodenständig, dass Klaus Horngacher mit mir übereinstimmt, dass Harfenbau Handwerk ist und nicht »Kunst«, wie es manche Zeitgenossen für sich reklamieren.
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Re: Anzeichen für einen Halsbruch, was tun ?

Beitragvon Orkanica » Mi 18. Apr 2018, 19:47

vielen Dank für Deine Bemühungen und den ausführlichen Post.
Der Name wurde vom Hersteller der HArfe in Umlauf gebracht. Ich würde mal ganz frech behaupten, dass man in England eventuell nicht so den genauen Überblick über deutsche HArfenbauer hat. Das ist aber nur eine Vermutung.
Nachdem ich jetzt die Luftfeuchte auf 40-50% bekommen habe, merkt man aber einen deutlichen Unterschied. Das spricht zumindest dafür, dass die Trockenheit auch mit eine Rolle gespielt hat.


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