Tonabnehmer bzw. Mikro zum live spielen

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Maira
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Re: Tonabnehmer bzw. Mikro zum live spielen

Beitrag von Maira »

Das ist auch meine Meinung.
Daher äußere ich mich NICHT dazu, ob mir ein Klang gefällt.
Das kann man über das Internet nicht abschließend beurteilen,
auch wenn man zuhause über eine exzellente Hardware verfügt.
Mach doch , was Du willst. Ich mach auch , was ich will.
Aber ich mach das wirklich.
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ralf
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Re: Tonabnehmer bzw. Mikro zum live spielen

Beitrag von ralf »

Offtopic:
David D-Moll hat geschrieben: Fr 23. Feb 2018, 21:53
Offtopic:
Ich hab jetzt raus gefunden dass die Grenze von Youtube sowieso ungefähr bei 192kbits liegt, wobei einige erstauntliche Ausnahmen es auch auf 210kbits geschafft haben, unter vielen sind mir bisher nur zwei begenet die über 200 kbits schaffen - und: eines ist wohl von dir :_grin_:
Offtopic:

Danke für die Recherche, war mir gar nicht klar, bei welcher Bitrate ich zum Schluss lande. Ich schneide meine Videos mit Final Cut Pro, da kann man zumindest bis zum Exportieren mit der Ausgangsqualität arbeiten. Was danach passiert, weiß leider nur YouTube/Google.

Offtopic:
(deshalb ich bin ja freund von bandcamp da gibts bis 24bit/96khz downloads zum preis von normalen audio CD)
Offtopic:

Ebenfalls interessant, wobei meine Erfahrung ist, dass solche Qualitätsstufen nur von sehr wenigen Kunden angefragt werden. Einigen HiFi/"High End"-Freunden habe ich schon die Master-Dateien (24 Bit/48-96 kHz) geschickt und als Rückmeldung kam, dass der Klang nochmals besser ist. Das deckt sich natürlich mit meiner eigenen Beobachtung.

Offtopic:
ähm ja zurück zum thema - um gute tonabenehmer auch hören zu können reichen die herkömmlichen internetkanäle eben nicht
Offtopic:

Ich sehe meine Herausforderung darin, auch bei den von Dir genannten Bitraten noch einen guten Klang zu liefern, das ist durchaus möglich. Die letzten 5%-10% der Qualität, un-vermatschte Bässe und das letzte "Brizeln" in den Höhen, bekommt man aber tatsächlich nur mit unkomprimierten Formaten hin.

Vielleicht jetzt tatsächlich noch etwas zum Thema: Wenn man beim Verstärken der Harfe, live oder für Aufnahmen, einige Grundsätze einhält, klingen die Aufnahmen auch auf Internet-Plattformen noch gut. Hierzu gehört ein gutes Signal-Rausch-Verhältnis und eine rauscharme Signalkette. Für (Piezo-) Tonabnehmer bedeutet dies in der Praxis, dass man einen geeigneten Vorverstärker hernehmen sollte, da man ein schon am Anfang vergurktes Signal meistens nicht mehr retten kann.

Gruß,
Ralf
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David D-Moll
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Re: Tonabnehmer bzw. Mikro zum live spielen

Beitrag von David D-Moll »

ralf hat geschrieben: Sa 24. Feb 2018, 16:31
Vielleicht jetzt tatsächlich noch etwas zum Thema: Wenn man beim Verstärken der Harfe, live oder für Aufnahmen, einige Grundsätze einhält, klingen die Aufnahmen auch auf Internet-Plattformen noch gut. Hierzu gehört ein gutes Signal-Rausch-Verhältnis und eine rauscharme Signalkette. Für (Piezo-) Tonabnehmer bedeutet dies in der Praxis, dass man einen geeigneten Vorverstärker hernehmen sollte, da man ein schon am Anfang vergurktes Signal meistens nicht mehr retten kann.

Gruß,
Ralf
hm, das wird wohl auch mein Thema - das Rauschen für Aufnahmen weg zu bekommen. Mein Vorverstäker-Mischpult (Acus Stage Pre6) klingt zwar echt schön, aber die Ausgänge haben schon ein (für empfindliche Ohren wie meine) bemerkbares Rauschen und die Lautsprecherbox ebenfalls nochmal. Für das Abspielen an sich ist das ja gar kein Problem. Für die Aufnahme wohl aber schon. Ich dachte ich kann von den 6 direkten XLR-Ausgängen der jeweiligen Kanäle dann in ein 6-Kanal DI-Interface für den Computer. Es wird aber wohl anderes herum besser sein: Die Instrumente zuerst direkt ins DI-Interface und dann von dort zum Mischpult - Effekte müssten dann später am Computer dazu gefügt werden - obwohl ich den eingebauten Hall des Vorverstärkers gerne als sehr wirkungsvolle Klangverbesserung benutze :_smile_:

LG, :D
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David D-Moll
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Tonabnehmer bzw. Mikro - Vergleich Test

Beitrag von David D-Moll »

So. ich bin lange nicht dazu gekommen aber nun ein Stück weiter beim Experimentieren für die Aufnahme.

Ich benutze das analoge Vorverstärkermischpult inzwischen nicht mehr. Das hat zwar 4 sehr gut klingende Hall-Effekte eingebaut, aber Rauschen geht für mich halt gar nicht.

PC-Interface:
An meinem Laptop habe ich ein Interface angeschlossen. Hier ein Steinberg UR-RT4 das hat 4 Microfon-Preams eingebaut und hat eine zuschaltbare Phantomspeisung, die für Kondensator-Mikrofone benötigt wird.
Weiterer Pluspunkt: es sind zwei Kopfhörer-Ausgänge vorhanden auf die mit der Software (Cubas AI war im Lieferumfang dabei) auch verschiedne Signale (Spuren) gelegt werden können. Ausserdem gibt es noch einige Ausgänge (Main) die ich aktuell mit der Hifi-Anlage (Verstärker und Stero-Boxen) verbunden habe. Weiterhin sind Midi-Anschlüsse vorhanden (derzeit nutze ich die nicht, es kann aber ein Midi-Keyborad oder ein Controller angeschlossen werden) wenn nicht direkt über USB.

Mikrofone:
Da ich leider Corona-Bedingt noch kein Tonabnehmersystem in die Harfe einbauen lassen konnte habe ich bisher zwei Systeme bei Thomann zum testen gekauft:

1) Großmembran-Kondensator Mirkrofon AKG P420
kommt in einem Bühnen- und Reisetauglichen Koffer incl. Spinne
20Hz bis 20.000kHz also komplett alle hörbaren Frequenzen (Gesangsmikrofone vor allem dynamische haben meistens weniger Bassanteil)
Zum Anschluss wird noch eine Mikrofonkabel benötigt. Ich hab hier ein sehr gutes von Klotz genommen.

2) Kontaktmicrofon AKG C411PP
dies wird auf oder besser in die Harfendecke geklebt mittels Klebepaste.
Die Paste ist sehr komisch eine Mischung aus Tesa-Power-Stripes und Fimo-Knete. Ausserdem ist das schwarz und ich habe mich nicht getraut das auf die schöne Holzdecke der Harfe zu kleben.
Nicht so gut: das Kabel ist sehr dünn - für den Bühneneinsazt eher ungeeignet. Ich bin aber im Wohnimmer zuhause und werde gut aufpassen nicht darüber zu laufen und die Harfe nicht darauf abzustellen.

Habe also beide an das Interface angeschlossen Kanal1 und Kanal2 und Phantomspeisung aktiviert.

Das 2) Kontaktmicro innen in der Nähe des Steges der Harfe angeklebt (Paste klebt extrem fest)
Das 1) Großmembran-Mikro in die Spinne geschraubt und auf einen stabilen K+M Mikrofonständer befestigt. Platzierung neben der Harfe etwa Mittig von der Klangdecke.

In Cubase muss erst ein Projekt angelegt werden und Aufnahmespuren denen die jeweils die Eingänge zugewiesen werden.
für die Aufnahme kann ein Metronom aktiviert werden, das ich über Kopfhörer anhöre. Der Main-Ausgang ist runter gedreht damit vom Lautsprecher (oder Monitor-Lautsprecher) keine Störgeräusche wieder mit aufgenommen werden.

Bevor es los geht muss noch eingepegelt werden, also mit der Harfe so laut spielen wie möglich und am Interface die Verstärkung für den jeweiligen Kanal einstellen. Das 2) AKG C411PP musste ich auf ungefähr 50% (12Uhr) stellen. Das 1) AKG P420 dagegen schon auf 75% (kurz vor 3Uhr) damit beide etwa gleich laut sind und der Zeiger nicht in den roten Bereich (Clipping) kommt.
Man kann auch auf das Lautsprechersymbol (Monitoring) des Kanales dabei Klicken um am Kopfhörer mitzuhören.

Also meine Aufnahme hat dann parallel zwei Schallquellen aufgezeichnet und man kann die danach einzeln (Mute-Taste) anhören und vergleichen.

Im Ergebnis würde ich bisher folgendes feststellen:

das Kontakt-Micro AKG C411PP bringt ein sehr starkes Signal, jedoch werden auch alle Klopfgeräusche am Korpus der Harfe verstärkt und die Saiten "klicken" stärker beim Abspielen. Ausserdem werden sogar die Vibrationen des Fussbodens mit aufgezeichnet. Die normalen Gummi-Füße der Harfe reichen also zur Entkoppelung noch nicht aus. Hier werde ich mit einem Stück Filz als Unterleger oder weicheren Füßen noch weiter probieren.
Der Klang war nicht ganz so harmonisch und voll, dafür ist ein längeres Nachschwingen auf der Aufnahme. Das Kontaktmico eignet sich aber hervorragend wenn man auf die Spur Effekte legen will. Chorus, Flanger, Phaser ... etc. in Cubase gibt es selbst schon ein Haufen Effekte und Regler - da kann man seinem Spieltrieb nach neuen Sounds richtig lauf lassen - auch wird dann aus der Harfe ganz schnell eine Rock-Gitarre :_cool_: :_shocked_: Top!

Großmembran-Mikro:
es gibt noch Einstellungen für Niere und Super-Niere Charakteristik. Ich habe mit Niere aufgenommen.
Hier klingt es etwas natürlicher insgesamt und es gibt viel weniger Störgeräusche von Klappern an den Saiten, Klopfen am Korpus oder auf dem Fussboden. Die Spinne sorgt ja für eine Schwingungsfreie Aufhängung und Entkopplung. Profi-Werkzeug.
Der Nachteil - es werden natürlich auch die Raumreflexionen mit aufgenommen, dass kann gut sein (mehr Räumlichkeit) aber auch schlecht (unerwünschter Hall und Überlagerungen). Also kommt das Ergebnis auch sehr auf den Aufnahmeraum an. Ich habe mein Wohnzimmer nun eben nicht mit Absorbern ausgestattet und es ist daher eher hellhörig.

Die erstaunlichste Entdeckung bei dem ganzen Test: Wenn ich beide aufgenommenen Spuren zusammen abspiele klingt das Gesamtergebnis am Besten. Also die Summe aus kräftigen Anschlägen des Kontaktmicros mit den wärmeren Aufnahmen des Großmembran-Mikros dazu kommt noch der Raumnachhall und zweitens der Körper-Nachhall des Harfen-Korpus und der Klangdecke. Alles zusammen ist ein recht eindrucksvolles Ergebnis mit dem ich nicht gerechnet hatte.

In nächster Zeit werde ich noch ein paar andere (normale) Kondensator-Mikrofone testen und weiter die Cubase-Funktionen erkunden. (Filter und Equalizer) mal sehen ob man damit die Störgeräusche vom Kontakt-Mikro noch weg bekommt. Es gibt auch irgendwo noch ganz viele weitere Möglichkeiten (Kompressoren und Limiter z.b.) am Sound zu basteln die ich noch entdecken kann. Bestimmt auch noch Tools um die Unterschiede im Frequenzbereich bei den Mirko-Aufnahmen aufzuzeigen.

Bin gespannt, auch irgendwann mal ein zweizügiges Pic-Up Tonabnehmersystem vom Ralf auszutesten. :_smile_:

Viele Grüße

:D
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ralf
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Re: Tonabnehmer bzw. Mikro zum live spielen

Beitrag von ralf »

Du bist da schon weit gekommen, klingt alles sehr solide! :_smile_:
Bei Kontaktmikrofonen ist die Platzierung sehr kritisch; wenn die Anschlaggeräusche zu deutlich sind, würde ich das Mikrofon etwas von der Mitte weg bewegen. Außerdem betont man in der Mitte immer einen bestimmten Bereich der Saiten, am Rand ist es etwas ausgeglichener. Das kann eine Frage von Zentimetern sein.
Grundsätzlich sollten beide Mikros für sich allein genommen so ausgewogen sein, dass man das Eine im Prinzip auch ohne das Andere verwenden könnte und es immer noch nach Harfe klingt.
Noch ein Tipp zum Abtauchen in diverse Klang- und Hall-Welten: Bei https://valhalladsp.com gibt's ein paar Gratis-Plug-ins, sehr zu empfehlen. :_smile_:

Gruß,
Ralf
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