"Altersmüdigkeit"?

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lindabergmann
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"Altersmüdigkeit"?

Beitragvon lindabergmann » Sa 22. Apr 2017, 19:26

Hallo,

mittlerweile bin auch ich Besitzer einer eigenen Harfe. :_cheesy_:
Das schöne Stück hat den Platz der bisherigen Leihharfe eingenommen und macht sich dort sehr gut.

Meine Harfe ist als "neuwertig" zu betrachten, zwar ist sie schon etwa 4-5 Jahre alt/jung aber kaum
bespielt.
Genau hier entsteht jetzt meine Frage:

Im Gegensatz zu meiner Leiharfe, die tatsächlich "neu" war und wie oben schon geschrieben am selben Platz
und bei selben Bedingungen aufgestellt war, reißen mir nun "desöfteren" (bislang 2 mal binnen der letzten 3 Wochen)
ohne mein Zutun die Saiten. Vorzugsweise die der ersten beiden Oktaven.

Kann ich hier davon ausgehen, dass die Saiten meiner Harfe mittlerweile einfach aufgrund ihres Alters und
der jetzt plötzlich wieder auf sie einwirkenden Belastungen reißen und das "Problem" mit dem zwangsläufigen
Austausch der Saiten behoben ist?
Wie lange sollten Harfensaiten unter normalen Umständen und Gebrauch halten?

Ich frage hier mir bangem Blick auf meinen Geldbeutel, :_cheesy_:


LG aus BW
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Re: "Altersmüdigkeit"?

Beitragvon Maira » Sa 22. Apr 2017, 21:11

Da gibt es schon einen Faden zu dem Thema.
Wenn Du hier nochmal Antworten haben möchtest solltest Du uns verraten
was da für Saiten drauf sind.
Und ja , auch Saiten altern und dann geben sie schon einmal den Geist auf.
Darmsaiten können lange halten , sie können aber bei nicht optimalen Bedingungen
sehr schnell kaputt gehen.
Saiten aus Kunstmaterial können in der Regel Feuchtigkeit besser ab haben aber schneller ein Problem
mit ( UV ) Licht, altern und gehen kaputt.
Wenn die Gute nun lange wenig oder nicht gespielt wurde und dann noch falsch ,, aufbewahrt "
worden ist könnte es wirklich eine Option sein der Harfe einen komplett neuen Satz zu
spendieren.
Mach doch , was Du willst. Ich mach auch , was ich will.
Aber ich mach das wirklich.

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Re: "Altersmüdigkeit"?

Beitragvon lindabergmann » Sa 22. Apr 2017, 21:53

Maria,

danke für Deine schnelle Antwort.
Ich denke, ich werde mir einfach ein paar Saiten in die Schublade legen und dann bei "Bedarf"
tauschen.
Dann sollten mit der Zeit alle 37 erneuert sein. :_wink_:

Die Harfe ist übrigens mit Nylon besaitet.

Dann werde ich mir jetzt mal alle Mühe geben, die "spielfreie" Zeit des guten Stückes wieder
aufzuarbeiten und endlich mal wieder meine "Harfenschulen" (be)nutzen! :_grin_:


LG aus BW
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Re: "Altersmüdigkeit"?

Beitragvon Maira » Sa 22. Apr 2017, 22:46

Wieso spielfrei ?
Neue Saiten soll man pfleglich behandeln.
Aber man muß sie nicht über Gebühr ,, schonen ".
Selber mache ich das so :
Saite aufziehen , stimmen, Pause , stimmen, Tee trinken , stimmen + spielen.
Nylonsaiten ziehen sich erst mal , wie Kaugummi.
Je länger Du wartest mit dem Spielen , um so länger dauert die Prozedur.
Also : drauf damit und loslegen.
Allerdings sollte man nicht versuchen , ,,abzukürzen".
Nicht strammer stimmen als geplant , nicht denken :
ach , die zieht sich eh so dolle , ich stimme die Saite gleich mal 1 oder 2 Töne höher,
dann braucht das nicht so lange.
Falsch.
Da kann die neue Saite ganz schnell platzen. Sie muß sich ja auch erst mal gewöhnen.
Die Filamente sortieren sich und das braucht Zeit.
Nicht verzagen , wenn Du dran bleibst ist nach etwa 1-2 Wochen Ruhe.
Mach doch , was Du willst. Ich mach auch , was ich will.
Aber ich mach das wirklich.

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Re: "Altersmüdigkeit"?

Beitragvon lindabergmann » Sa 22. Apr 2017, 23:39

Mit "spielfreier Zeit" meine ich ja die Zeit vor mir, in der die Harfe eher weniger
bis gar nicht gespielt wurde. :-)

Das mit den neuen Saiten habe ich schon festgestellt, die verstimmen sich im 5 Minuten-Takt
aber Du hast Recht, kontinuierlich nachstimmen und nach 2 Wochen etwa werden diese dann
"handzahm".

1 oder gar 2 Töne höher stimmen? Wer macht denn freiwillig sowas?
Ich erstarre schon, wenn´s mal um nen Halbton höher wird, was natürlich nichts macht - denke
das sollte/muss die Saite verkraften, sonst wären ja schließlich die Klappen sinnfrei. :_rolleyes_:


Hoffe eher, dass nicht bei mir die "Altersmüdigkeit" einsetzt, bevor ich mal gescheit mit der Harfe
umgehen kann und nicht "nur Profi im Saiten Aufziehen bin" :_grin_:


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Re: "Altersmüdigkeit"?

Beitragvon Der Juergen » So 23. Apr 2017, 01:51

Die Filamente sortieren sich und das braucht Zeit.

:_shocked_: Oh, wonach denn? Größe, Lebensalter, Haarfarbe? :_grin_:

denke das sollte/muss die Saite verkraften, sonst wären ja schließlich die Klappen sinnfrei. :_rolleyes_:

Hm, ich denke, da bringst du was durcheinander … :_wink_:

Aber einen halben Ton höher kannst du einzelne Saiten schon stimmen, frisch gebaute Harfen, bei denen noch keine Klappen montiert sind, werden im allgemeinen auch auf C-Dur gestimmt, also die Saiten Es, As und B auf E, A und H.
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Re: "Altersmüdigkeit"?

Beitragvon Maira » So 23. Apr 2017, 23:02

Lieber Jürgen , das habe ich in der Ausbildung gelernt.
Nylon wird nun nicht nur für Saiten gebraucht , es gab eine Zeit ( Anfang 60er )
da waren Herrenhemden aus Nylon der letzte Schrei und super modern.
Man musste sie nicht mehr bügeln und sie behielten ihre Form.
Wir mussten aber wissen , wie die Materialien beschaffen sind.
Somit lernten wir : Nylonfäden bestehen , physikalisch gesehen , aus Molekülsträngen.
Diese kommen als Knäuel aus der Düse und werden beim Aushärten gestreckt.
Dabei richten sich diese Molekülstränge = Filamente aneinander aus.
Der Nylonfaden wird dünner und reißfester.
Ich denke , daß sich an dieser Vorgehensweise bis heute nicht allzuviel verändert hat.
Mach doch , was Du willst. Ich mach auch , was ich will.
Aber ich mach das wirklich.

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Re: "Altersmüdigkeit"?

Beitragvon Der Juergen » Mo 24. Apr 2017, 01:28

Lieber Jürgen , das habe ich in der Ausbildung gelernt.
Nylon wird nun nicht nur für Saiten gebraucht , es gab eine Zeit ( Anfang 60er )
da waren Herrenhemden aus Nylon der letzte Schrei und super modern.
Man musste sie nicht mehr bügeln und sie behielten ihre Form.
Wir mussten aber wissen , wie die Materialien beschaffen sind.
Somit lernten wir : Nylonfäden bestehen , physikalisch gesehen , aus Molekülsträngen.
Diese kommen als Knäuel aus der Düse und werden beim Aushärten gestreckt.
Dabei richten sich diese Molekülstränge = Filamente aneinander aus.
Der Nylonfaden wird dünner und reißfester.
Ich denke , daß sich an dieser Vorgehensweise bis heute nicht allzuviel verändert hat.

Liebe Maira,
die Herstellung eines Nylonfadens mag genau so ablaufen, aber nicht umsonst heißen die blanken Nylonsaiten monofilament. Da sortiert sich nix mehr, denn die sind bereits ausgehärtet, oder spritzt du deine Saiten aus der Düse auf die Harfe? :_grin_:

PS: Ich kenne Nylonhemden noch selbst sehr gut, bin ein bisschen älter als du :_wink_: Und in der DDR waren Nylonhemden aus dem Westen noch länger der Renner, es gab auch Regenmäntel aus Nylon. Und Küchenschürzen, die am Gasherd hin und wieder wunderbar brannten und brennend auf der Haut klebten … :_cry_:
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Re: "Altersmüdigkeit"?

Beitragvon Maira » Mo 24. Apr 2017, 14:35

Lieber Jürgen , ja , Nylon kommt aus der Düse.
Und auch : je nach chemischer Mischung hast Du Mono- oder eben auch
Multifilamente.
Die ziehen sich dann auch....und brennen tun die auch , hell und heiß......
Mach doch , was Du willst. Ich mach auch , was ich will.
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Re: "Altersmüdigkeit"?

Beitragvon Der Juergen » Di 25. Apr 2017, 04:27

Lieber Jürgen , ja , Nylon kommt aus der Düse.

Richtig!

Und auch : je nach chemischer Mischung hast Du Mono- oder eben auch
Multifilamente.

Falsch!
Je nach Anzahl der Austrittsöffnungen (eine oder mehrere) bei der Produktionsdüse bekommst du ein oder mehrere Filamente.
Für textile Gewebe werden auch multifilamente Fasern hergestellt – für Saiten, Angelschnüre usw. monofilamente.

Die ziehen sich dann auch

Richtig!

Alternative Fakten: dü gübt es nüch! :_grin_:
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