Alte Musik Burg Sternberg

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Moya
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Alte Musik Burg Sternberg

Beitragvon Moya » Di 23. Jan 2018, 15:02

Hallihallo,
war schon mal jemand auf der Burg Sternberg und wie waren die Erfahrungen?
Hier :http://www.burg-sternberg.de/index.php?id=288
oder hier: http://www.burg-sternberg.de/index.php?id=284

(Leider scheints keine Harfen dabei, aber jede Menge anderer spannender klingender Hölzer...)
Ich bin darauf gestoßen, weil meine Mami eine alte Harlan- Fidel hat und ich nach Informationen dazu suchte.

LG
Maren- Moya

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Tedesco del Liuto
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Re: Alte Musik Burg Sternberg

Beitragvon Tedesco del Liuto » Do 25. Jan 2018, 11:36

Moin Maren,

ich bin mehrere Male auf Sternberg gewesen, jedes Mal als Mitglied und Aktiver der Deutschen Lautengesellschaft. Sternberg bietet halt die Räume der Oberburg, wo man Kurse, Zusammenspiel und kleine Konzerte etc. veranstalten und gesellige Abende abhalten kann. In der Unterburg ist eine Art Jugendherberge eingerichtet. Hinkommen ist nicht wie Einsteigen-ICE, Austeigen-ICE und da sein – das ist schon etwas abseits gelegen, und die letzten Kilometer sind für alle diejenigen, die nicht mit dem Auto anreisen, eine Bustour ...

Über Preise bei Buchungen kann ich nichts sagen ... Und wie die Veranstaltungen sind, hängt halt vom Veranstalter ab.

Sternberg liegt in einem waldigen Hügelgebiet; man kann in der Umgebung sehr hübsch spazierengehen oder wandern, Reitferien machen usw.

Die Burg selber hat eine etwas denk- oder merkwürdige Geschichte: In den letzten Jahren des Zweiten Weltkriegs diente sie als Lager für Militärmaterial. Der letzte "Burgherr" war der Instrumentenbauer Peter Harlan, der trotz Verwandschaft zum üblen Regisseur Veit Harlan offenbar nicht so braun durchgefärbt war und beim Anrücken alliierter Truppen lieber die Bettücher hisste und mit seinen Leuten ins Dorf in die Kneipe ging, als befehlsgemäß die Bude abzubrennen (so die Geschichte). Das hat in der Folge dazu geführt, dass er eine Art Heimrecht in dem Gemäuer erhielt, seine Werkstatt dort einrichtete und seine Sammlung dort unterbrachte. Die Sammlung ist immer noch dort: lauter seltsame Streich- und Zupfinstrumente und anderes; "historisch" nach der Art der Jahrzehnte, bevor das Early Music Movement eine Klärung zwischen dem bloß Nachempfundenen und dem eigentlich den Originalen Nachgebauten besorgte.

Harlan ist für manchen Umbau eines alten Lauteninstruments verantwortlich, der zu dessen Zerstörung führte (das hat etwas mit falschen Vorstellungen von richiger Besaitungsstärke zu tun). Er stand in Verbindung mit dem Maler und Sammler Wildhagen, der alte Originale besaß und sie fallweise von ihms spielfertig machen ließ.

Just my pennyworth,

Gioacchino detto Il Tedesco del Liuto

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Der Juergen
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Re: Alte Musik Burg Sternberg

Beitragvon Der Juergen » Do 25. Jan 2018, 18:55

der Instrumentenbauer Peter Harlan, der trotz Verwandschaft zum üblen Regisseur Veit Harlan offenbar nicht so braun durchgefärbt war und beim Anrücken alliierter Truppen lieber die Bettücher hisste und mit seinen Leuten ins Dorf in die Kneipe ging, als befehlsgemäß die Bude abzubrennen (so die Geschichte).

Da scheinen noch mehr aus der Familie Harlan nicht in die braunen Fußstapfen getreten zu sein …

Ich kannte bisher nur Veit Harlans Nichte Christiane, die Stanley Kubrick bei den Dreharbeiten zu seinem genialen Antikriegsfilm »Wege zum Ruhm« (Paths of Glory) aus dem Jahr 1957 kennengelernt hatte und die dann seine (zweite) Ehefrau wurde.

Unvergessen ihr Auftritt am Schluss von Wege zum Ruhm:



Hier gibt es auch noch die Szene aus der deutschen Filmfassung.
www.harfensommer.de · www.harfenwinter.de · harfenbaukurs.de

Das Ziel ist das Ziel.
Jürgen Steiner

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Moya
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Re: Alte Musik Burg Sternberg

Beitragvon Moya » Di 30. Jan 2018, 15:01

Danke für die Informationen! Über Peter Harlan wußte ich das meiste schon, von ihm hängt ein Portrait in der Leipziger Instrumenten - Sammlung und es sind auch einige Instrumente von ihm da. Er hat in Klingenthal gelernt.

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Re: Alte Musik Burg Sternberg

Beitragvon Moya » Di 30. Jan 2018, 15:04



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