Harfenhülle oder -Tasche selbermachen??

Harfentaschen, Sitzmöbel usw.
Gast

Harfenhülle oder -Tasche selbermachen??

Beitrag von Gast »

Liebe Mitfories,

ich habe schon länger ein kleines Problem:
für meine gotische Harfe (Klangwerkstatt) sowie meine Clarsach (Brian-Boru-Form) habe ich nix zum Anziehen. Bislang behelfe ich mir auf Transportwegen mit Einwickeln in Plastikfolie mit "Noppen" (weiß nicht, wie man das Zeug "richtig" nennt)...

Ich habe mal den Tipp gekriegt, was selber aus Schlafsäcken zu nähen - probieren wollte ich das aber erst, wenn mir jemand erzählt, daß es WIRKLICH funktioniert :_rolleyes_:

Hat jemand von Euch bereits ein Hülle selbst angefertigt?
Bei meinen (nicht gerade umwerfenden) Nähkünsten bin ich etwas skeptisch.....

Liebe Grüße von
Bettina

sneck

Beitrag von sneck »

hallo Bettina,

meine Harfe hat eine selbst genähte Hülle
(nicht von mir...)
eine Bekannte von mir (deren Mann die Harfen baut) näht die Hüllen auch selbst (aus so einer Art Leder).
Ich kann mir gut vorstellen, dass es mit Schlafsäcken auch prima funktioniert.
Der Schnitt der Hülle folgt im Prinzip der äußeren Form der Harfe (ich habe eine keltische Hakenharfe), d.h. es sind zwei gleiche Teile. Oben sind sie zusammen genäht, unten offen, auf der einen Seite sind sie durch einen Reißverschluss verbunden, auf der anderen zusammengenäht mit Eingriffen, so dass man durch die Hülle die Harfe gut tragen kann.

Hilft dir das? :_grin_:

lieben Gruß
Sabine
Zuletzt geändert von sneck am Fr 25. Feb 2005, 18:31, insgesamt 1-mal geändert.

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Capella
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Beitrag von Capella »

Hallo Bettina,

also, ich habe bisher nur eine Tasche für meine Bodhran selbst genäht und fand das schon recht aufwendig (die ist außen aus Polstersamt, dann mit so Einlegevlies gefüttert, wie man es auch für Steppdecken verwendet und von innen dann mit einem Baumwollstoff augelegt). Und so richtig stabil ist das auch nicht geworden.

Ich bin für mich selber zu dem Schluss gekommen, dass das eigentlich nicht lohnt und man mit einer gekauften Tasche wahrscheinlich besser bedient ist, auch wenn die auf den ersten Blick tierisch teuer sind. Was man beim Selbernähen an Geduld, Zeit und Material reinstecken muss, ist nicht zu verachten. Was anderes ist natürlich, wenn man einfach supergerne selber näht und das nicht als Mühe, sondern als Freude empfindet.

Schlafsäcke als Material klingt nach einer ganz guten Idee (vorrausgesetzt, man hat alte rumliegen, sonst sind die in der Anschaffung wahrscheinlich zu teuer). Einfach Steppdecken müssten auch gehen. Allerdings wird man bei einer normalen Haushaltsnähmaschine evtl. Probleme bekommen, weil das dann schon recht dick ist und wenn man da zwei Schichten übereinander unter den Fuß der Nähmaschine friemeln muss, ist das keine reine Freude. Am besten vorher gut mit Stecknadeln zusammenstecken oder ganz grob mit der Hand vornähen.

gruß,
Capella

Gast

Beitrag von Gast »

sneck hat geschrieben:Der Schnitt der Hülle folgt im Prinzip der äußeren Form der Harfe (ich habe eine keltische Hakenharfe), d.h. es sind zwei gleiche Teile. Oben sind sie zusammen genäht, unten offen, auf der einen Seite sind sie durch einen Reißverschluss verbunden, auf der anderen zusammengenäht mit Eingriffen, so dass man durch die Hülle die Harfe gut tragen kann.
Hilft dir das? :_grin_:
Hallo, Sabine,

äähhh - klingt irgendwie einfach in Deiner Schilderung -
ich hab zwar noch nie Reißverschlüsse eingenäht, aber das kann ja auch nicht sooo schwer sein...klingt allerdings auch nach einer seeehr zeitaufwendigen Sache- vielleicht im August, wenn ich vier Wochen Urlaub habe :_grin_: ...
Dankeschööööön!!

Liebe Grüße
Bettina

Gast

Beitrag von Gast »

Capella hat geschrieben:Hallo Bettina,

also, ich habe bisher nur eine Tasche für meine Bodhran selbst genäht und fand das schon recht aufwendig (die ist außen aus Polstersamt, dann mit so Einlegevlies gefüttert, wie man es auch für Steppdecken verwendet und von innen dann mit einem Baumwollstoff augelegt). Und so richtig stabil ist das auch nicht geworden.

Ich bin für mich selber zu dem Schluss gekommen, dass das eigentlich nicht lohnt und man mit einer gekauften Tasche wahrscheinlich besser bedient ist (...)
Schlafsäcke als Material klingt nach einer ganz guten Idee (...)besten vorher gut mit Stecknadeln zusammenstecken oder ganz grob mit der Hand vornähen.
Hallo, Capella,

ich ahnte es ja schon, daß da wohl auch Murphys Gesetz zum Tragen kommen könnte :_embarassed_:
Das mit den gekauften Hüllen wäre ja die beste Lösung, aber für meine Harfen gibts datt nich!!
Wahrscheinlich werde ich wohl auf die Schlafsack-Idee zurückgreifen und dabei Deinen Tipp mit dem Vornähen beherzigen.... teufeleins, dat muß doch irgendwie gehen??

HALLO, all Ihr kühnen Frank-Sieverts-Harfen-BesitzerInnen -
soweit ich weiß, gibt es für die meisten Harfen von ihm auch keine Taschen/Hüllen (hat mir zumindest eine Bekannte erzählt, die eine Silmaril von ihm spielt und irgendwann völlig entnervt die Hüllendebatte abbrach)

wie habt Ihr denn die Kleidungsfrage gelöst?

Danke, Capella, für Deine Näh-Tipps :_smile_:

liebe Grüße
Bettina

Anne-Marie

Beitrag von Anne-Marie »

Liebe Bettina,

Harfenhüllen nähen - igitt, das ist eine Arbeit für einen, der Vater und Mutter erschlagen hat! Einmal hab' ich das versucht - es war teuer, denn die ganzen Zutaten kosten einen Haufen Geld, hat mich drei gräßliche Tage meines wertvollen und viel zu kurzen Lebens gekostet.... Nie wieder!
Gute preiswerte Lösung ist tatsächlich der Schlafsack, wobei man darauf achten muß, daß sich nicht etwa ein apartes Reißverschlußmuster in die Harfe drückt.

Ich lass meine Harfentaschen von einem genialen Taschenmacher anfertigen. Er fertigt sie auf Maß in 6 verschiedenen Farben. Und er macht sich Gedanken, wo zum Beispiel der Schwerpunkt liegen soll. Der Mann ist Vollprofi, macht nix anderes als Instrumententaschen. Für meine kleine Reiseharfe, mit der ich im englischen Garten am Eisbach spiele, hat er mir einen wundervollen Harfenrucksack in weinrot gebaut, regendicht, dick ausgepolstert, gut ausbalanciert, mit integrierter Notentasche und schönen Messingkarabinern, die nicht ausklinken können, so wie die blöden Plastikkarabiner. Ganz nach meinen Wünschen.
Man braucht viel Geduld mit diesem Mann, denn seine Arbeitsweise ist fast so eigenwillig wie die diverser Harfenbauer, man braucht Zeit. Aber es lohnt sich immer.
Zuletzt geändert von Anne-Marie am Sa 26. Feb 2005, 00:46, insgesamt 1-mal geändert.

sneck

Beitrag von sneck »

äähhh - klingt irgendwie einfach in Deiner Schilderung
Naja, ich hab das ja auch nicht selbst gemacht, wie gesagt :_smile_:

Ansonsten wär es mir vielleicht eher wie Anne-Marie gegangen,
("hat mich drei gräßliche Tage meines wertvollen und viel zu kurzen Lebens gekostet")

- sorry, ich cheque das mit dem Zitieren glaub ich nicht -

aber du hast ja dann 6 Wochen Zeit... :_grin_:

ähm, mich würde übrigens dann auch brennend das Ergebnis interessieren, denn ich könnte auch eine dickere Hülle brauchen...

Viel Erfolg und think pink!

Sabine


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merit
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Böhmische Hakenharfe von Eric Kleinmann, Baujahr 2005
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Beitrag von merit »

Hallo, liebe Annemarie, verraetst Du uns nun auch noch, wo der Herr wohnt?? Ich habe uebrigens schon mehrere Huellen selbst genaeht. Ich glaube, es kommt vor allem darauf an, wie profesionell die Teile aussehen sollen...Meine habens relativ gut getan.

Anne-Marie

Beitrag von Anne-Marie »

Hallo, liebe Merit,

der betreffende Sattlermeister arbeitet nur für Profis, also Firmen, die gleich mehrere Hüllen in Auftrag geben, denn sonst ist der Aufwand für ihn zu groß. Aber Ihr könnt das über mich abwickeln, denn ich gebe ihm jeden Monat einen Auftrag für eigene Harfen oder die von Bekannten. Auch nehmen ich Auftrtäge für andere Instrumente für ihn an. Normal kostet eine Hülle bei ihm ca. 250,-- Euro, Harfenrucksack ca. 270,-- Euro. Das finde ich, gemessen an der Qualität, sehr günstig. Was er braucht: Einen Schnitt, auf Packpapier oder so, Harfe drauf legen, Konturen mit senkrechtem Bleistift nachzeichnen, dann Harfe auf den Rücken (Korpus) legen, nachzeichnen, Harfe aufstellen, Bodenplatte (evtl Füße) nachzeichnen. Er benötigt dann noch die Dicke des Wirbelstocks incl. Wirbel.

Liebe Grüße,

Anne-Marie

Silke

Beitrag von Silke »

Hm, verstehe ich nicht.
Wieso ist es für den Taschenmacher einfacher, wenn er gleich zahlenmäßig größere Aufträge bekommt? Das ist doch eigentlich nur dann sinnvoll, wenn mehrere _gleiche_ Sachen auf einmal bestellt werden, so dass Zeit, Geld oder Arbeit gespart werden kann. Aber bei 10 völlig unterschiedlichen Einzeltaschen mit unterschiedlichen Maßangaben kommt es doch vom praktischen Standpunkt her nicht drauf an, ob er sie von einer Person mitgeteilt bekommt oder von 10 Personen?
Im allgemeinen funktionieren Dinge desto besser, je weniger Leute zwischengeschaltet sind. Kommunikation fließt besser, Infos kommen direkter an und gehen weniger leicht verloren, Fragen können schneller beantwortet werden, und billiger ist es daher meistens auch noch.

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