Klappenakrobatik

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Aoi
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Re: Klappenakrobatik

Beitrag von Aoi »

Eine darfe hier nicht fehlen, Cheyenne Brown!
Das ganze Live zu Erleben ist noch mal mehr Wow als im Video.



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Astrid
War es möglich, dass Musik geheimste Gedanken und Gefühle übertragen konnte, jenseits aller Worte? Vielleicht sogar noch mehr, womöglich konnten wir auf diesem Wege noch weit tiefere Schichten unseres Wesens erreichen als mit unseren Gedanken. Gandalf
Deirdre
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Re: Klappenakrobatik

Beitrag von Deirdre »

bastian hat geschrieben: Fr 17. Jul 2020, 20:51
mygga hat geschrieben: Fr 17. Jul 2020, 17:39Park Stickney....
Der macht allerdings eher Pedalakrobatik. :_wink_:
Das eine schließt ja das andere nicht unbedingt aus... :_wink_: Habe gerade das hier gefunden und bin schwer beeindruckt:

https://harpcolumn.com/music/all-music/ ... ver-mania/

Viele Grüße,

Deirdre
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Christian_Hofmann
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Re: Klappenakrobatik

Beitrag von Christian_Hofmann »

Im Grunde ist es ja nur Übung. Die Klappen an der Harfe sind wie die Registerzüge an einer Orgel.

Als ich damals angefangen habe und mit dem Spielen schon mehr als Ausgelastet war, da war es für mich unvorstellbar während all dem auch noch an den 80 Registerzügen den Klang der Orgel beim Spiel zu verändern. Das Problem ist dann das man etwas das schwierig ist gerne nicht tut wenn es auch einen Weg gibt es zu vermeiden.

Die Lösung ist im Spiel das ganze langsam zu üben und irgendwann bringt es den Spielfluss nicht mehr durcheinander und geht automatisch. Es ist wie beim laufen, keiner denkt mehr darüber nach wie er das Gleichgewicht halten muss, während ein Kleinkind damit schon komplett überfordert ist.
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merit
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Re: Klappenakrobatik

Beitrag von merit »

Lieber Christian, wie oft werden denn Registerzüge so in "normalen" (was auch immer das ist :-). Also nicht hauptsächlich auf Klangeffekte konzipierten...) Orgelstücken so betätigt? Neugierig auf Wissenserweiterung, Merit Zloch
Christian_Hofmann
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Re: Klappenakrobatik

Beitrag von Christian_Hofmann »

merit hat geschrieben: Do 10. Jun 2021, 09:39 wie oft werden denn Registerzüge so in "normalen" (was auch immer das ist :-). Also nicht hauptsächlich auf Klangeffekte konzipierten...) Orgelstücken so betätigt?
Vermutlich genau so oft wie die Klappen an einer Harfe, oder anders gesagt "Es kommt darauf an". Bei komplexer Literatur kann es sein das du in einem Takt mehrfach die Register/Koppeln ändern musst, in anderen kommt es überhaupt nicht vor. Bei einem normalen Liturgischen Spiel habe ich meine Registrierung für das Vorspiel und danach wenn der Choral beginnt wird gewechselt. Dann wird zwischen den Strophen immer mal etwas leicht verändert damit es sich nicht über 5 Strophen identisch anhört.

Je nach Orgel hast du neben den Registerzügen ja auch diverse Hilfsmittel wie Fußdruckschalter die bei Betätigung eine vorher definierte Registrierung einstellen, Registerspeicher wo du diese aufrufen kannst, einen Crescendotritt über den du stufenlos Register mit dem Fuß hinzunehmen kannst oder wieder entfernen kannst. Und noch einiges mehr...

Du siehst man muss schon multitaskingfähig sein, aber selbst ich habe nach fast 10 Jahren täglicher Praxis immer noch hin und wieder zu kämpfen damit. Da ist Harfe/Leier so schön entspannend weil viel drum herum weg fällt. Vielleicht ist diese Erfahrung beim Orgelspiel nebenbei noch etwas zu machen auch in meinem Fall ein Vorteil.
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merit
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Re: Klappenakrobatik

Beitrag von merit »

Dankeschön!

Ich fand tatsächlich das Getrampel auf der Pedalharfe einfacher, als ich Klappen auf Hakenharfe finde- einfach weil ein anderer Körperteil als der zum Tonerzeugen benutzte aktiv ist.

Was ich am Schrägsten bei Klappen finde (immer noch) ist, daß das Eintrainierte "Anderer Ton erklingt, wenn andere Saite gezupft wird" schwer aus der Motorik-Hörvorstellungskupplung bekommen habe. Aber natürlich ist auch das Training.

Bei massiver Klapperei - auch der virtuosesten und geschmeidigsten - finde ich allerdings immer, daß man merkt, daß die Stimmführung dem angepaßt wurde, und es wirkt in den meisten Fällen auch etwas gestresst auf mich.

Herzliche Grüße, Merit Zloch
Christian_Hofmann
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Re: Klappenakrobatik

Beitrag von Christian_Hofmann »

merit hat geschrieben: Fr 11. Jun 2021, 10:11 Ich fand tatsächlich das Getrampel auf der Pedalharfe einfacher, als ich Klappen auf Hakenharfe finde- einfach weil ein anderer Körperteil als der zum Tonerzeugen benutzte aktiv ist.
Ja, da sind Tasteninstrumente doch sehr viel schöner finde ich. Da hat jede Taste ihren festen Klang und dieser ist unveränderlich. Dafür muss der Musizierende aber selber aufpassen die richtigen Töne zu spielen. Da finde ich die Harfe recht bequem. Wenn ich ein Stück in F-Dur spiele, dann wird die entsprechende Saite eingestellt und ich sehe auf dem Notenblatt aha ein h spiele ich und es ist automatisch das passende b. Gerade dann wenn man neue Tonarten spielt macht es das viel zugänglicher.

Ich habe hier eine Toccata von Pachelbel für die Orgel. Die Melodie ist nur zweistimmig plus einen Orgelpunkt (gehaltener Ton) im Pedal. In einer Tonart mit 5 Vorzeichen und in jedem Takt werden die 16. und 32. Noten ständig noch einmal erhöht, erniedrigt oder diese wieder aufgehoben. Da blickt man oft nach einem halben Takt nicht mehr durch welchen Ton ich denn jetzt spielen soll :) Okay so etwas würde ich auch nicht auf einer Klappenharfe spielen wollen...
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