Lässt sich leichter spielen....? (DPH)

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Max
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Lässt sich leichter spielen....? (DPH)

Beitrag von Max » Di 1. Nov 2016, 08:28

Hallo zusammen,

man kann hier immer wieder die Aussage lesen, dass sich ein professionelles Konzertharfenmodell leichter spielen lasse als ein Konzertharfenstudienmodell, also z.B. Salvi Diana, Apollo, Aurora vs. Daphne 47EX oder L&H Style 30, Style 100 vs. Chicago CG extended.

Die, von mir genannten, Harfen haben jeweils die gleiche Größe, gleiche Saitenlänge und gleiche Besaitung (bow brand pedal). Von daher müsste die Saitenspannung doch die gleiche sein. Wie ist "leichter spielen" dann zu verstehen?

Herzliche Grüße
Max
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Hedwig
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Re: Lässt sich leichter spielen....? (DPH)

Beitrag von Hedwig » Di 1. Nov 2016, 11:50

Hallo Max!

Da muss ich doch spontan eine Antwort drauf geben...

Seit dem Spätsommer diesen Jahres habe ich eine Aurora von Salvi . Dieses Modell hat dieselben Maße und Gewichtsdaten
wie z.B. eine Daphne 47 ex, die ich vor 5 Jahren mal besaß.

Die Aurora hat eine wesentlich feinere Ansprache und eine leichtgängige, absolut präzise arbeitende Pedaleinstellung.
Ganz feine Nuancen im Spiel sind möglich. Leicht gehen Flageolett-Töne von der Hand. Sie hat ein sehr differenziertes, klareres Klangbild.
Die Gewichtsverteilung/Ballance der Harfe lässt ein ermüdungsfreieres Spielen zu. Sie liegt besser zwischen Knie und Schulter.

Die sehr gute Verarbeitung, den warmen, typischen Salvi-Pedalharfenklang besitzen natürlich auch die Daphnes.
Meiner Meinung nach, können sie in den oben genannten Punkten nicht so mithalten.

Die Wahrnehmung hierfür hat sich bei mir so nach und nach erst entwickelt. Seit 20 Jahren spiele nun Doppelpedalharfe.

Liebe Grüße
Sabine

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Re: Lässt sich leichter spielen....? (DPH)

Beitrag von Markus Schönfelder » Do 3. Nov 2016, 14:44

Hallo Max,

"leichter zu spielen" kann ja auch einfach nur heißen, dass das Instrument generell einfach besser anspricht und man weniger arbeiten muss um den Ton zu erzeugen, den man sich vorstellt. Das kann dann durchaus bei komplett gleicher Mensurierung ein Faktor der Hölzer und Verarbeitung sein.
Wie Hedwig beschrieben hat gibt es dann noch den Faktor der Ergonomie, der Gewichtsverteilung, etc.
Ein anderer Einfluss kann die Qualität der verwendeten Saiten sein.

liebe Grüße
Markus

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sanne
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Re: Lässt sich leichter spielen....? (DPH)

Beitrag von sanne » Di 5. Mär 2019, 19:00

Auch wenn das Thema älter ist - es ist bestimmt immer wieder aktuell.

Nachdem ich einige Harfen vergleichsweise getestet habe (Aurora, Style85, Style100, Diana,...), habe ich auch das Gefühl, dass sie weitgehend deutlich leichter ansprechen als meine Aoyama Etude.
Leider übt man sich jahrelang auf "Einsteigerharfen" die Finger wund bevor man sich dann doch irgendwann an ein ausgeklügelteres Modell setzt und erkennt, dass die ganze Mühe nicht unbedingt sein müsste. :_wink_:

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Re: Lässt sich leichter spielen....? (DPH)

Beitrag von Tinka Bell » Di 5. Mär 2019, 19:50

Ja, durchaus interessantes Thema. Und, welche Harfe soll es denn nun werden bzw. welche der angespielten Harfen hat dich überzeugt?....auch wenn das jetzt nicht ganz zum Thema passt.
"Musik beginnt nicht mit dem ersten Ton, sondern mit der Stille davor"

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Re: Lässt sich leichter spielen....? (DPH)

Beitrag von Maira » Di 5. Mär 2019, 22:48

Das habe ich auch feststellen dürfen :
2 Horngacherharfen, sogar mit folgender Seriennummer,
die eine ,,ging leichter" zuspielen als die andere.
Beide etwa 20 Jahre alt.
Nun hat mir meine Lehrerin gesagt daß es das durchaus gibt.
Das hat damit zu tun wie intensiv mit den Harfen gespielt wird.
Werden sie oft und ausreichend gespielt schwingt das Holz gut mit, alles ist nicht mehr so ,, störrisch".
Steht die Harfe oft genug herum und wird selten gespielt ist u.a. auch das Holz ( Resonanzdecke)
weniger flexibel und daher hat man mehr Mühe den gewünschten Ton zu erzeugen.
Mach doch , was Du willst. Ich mach auch , was ich will.
Aber ich mach das wirklich.

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Re: Lässt sich leichter spielen....? (DPH)

Beitrag von Der Juergen » Di 5. Mär 2019, 23:53

So so, du interessierst dich also für die zum Verkauf stehende Horngacher :_wink_:
Nobel … :_kiss_:
#HarpistsForFuture www.harfensommer.dewww.zeitenklang.de • harfenwinter.de • harfenbaukurs.de

Das Ziel ist das Ziel.
Jürgen Steiner

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Re: Lässt sich leichter spielen....? (DPH)

Beitrag von Maira » Mi 6. Mär 2019, 12:21

Nein, das ist nicht meine Klasse,
ich bin Schneider und bleibe gerne beim ,, Fußvolk"
das passt dann schon.
Ich habe ja ,, meine Harfen", die Besten , die es
in diesen Kategorien gibt :_cheesy_: :_grin_: :_smile_:
( so wie jeder von uns :_wink_: )
Mach doch , was Du willst. Ich mach auch , was ich will.
Aber ich mach das wirklich.

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Re: Lässt sich leichter spielen....? (DPH)

Beitrag von sanne » Do 7. Mär 2019, 13:17

Ich glaube auch, dass es sehr individuell ist, was man leichter findet.
Mir war eine sehr gute Horngacher zu sperrig, auch an der Style 30 saß ich überhaupt nicht gut.
Also der Preis allein ist nicht ausschlaggebend. :_undecided_:
Natürlich sind gut eingespielte Harfen leichtgängiger... aber ab welchem Alter sind sie dann "ausgeleihert" oder gar "totgespielt"?
Das scheint auch wieder von Marke zu Marke und Modell zu Modell unterschiedlich zu sein. :_rolleyes_:

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Der Juergen
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Re: Lässt sich leichter spielen....? (DPH)

Beitrag von Der Juergen » Do 7. Mär 2019, 13:58

sanne hat geschrieben:
Do 7. Mär 2019, 13:17
Natürlich sind gut eingespielte Harfen leichtgängiger... aber ab welchem Alter sind sie dann "ausgeleihert" oder gar "totgespielt"?
Das scheint auch wieder von Marke zu Marke und Modell zu Modell unterschiedlich zu sein. :_rolleyes_:

Das hängt wohl in erster Linie von der Standzeit (Begriff aus der Technik) der verwendeten Materialien ab.
Sprich, wie viele Stunden kann man irgendetwas betätigen oder unter Last betreiben, beispielsweise einen Lichtschalter hin- und herkippen?
Wenn das Material hochwertig ist – Rainer Thurau schrieb hier mal was von verwendetem Federstahl bei seinen Pedalharfen –, dann hält das in aller Regel länger, als bei einfachen Stählen.
Von einer hochprofessionellen und vielbeschäftigten Harfenistin habe ich vor Jahren mal die Aussage gehört, dass sie jetzt eine neue Harfe brauche, weil ihre alte schon drei Mal komplett überholt wurde.
Gern lasse ich mich von Profis im spielenden, bauenden oder reparierenden Gewerbe belehren. :_smile_:
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Das Ziel ist das Ziel.
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