Die Harfe in der bildenden Kunst

Du hast etwas schönes, ärgerliches, spannendes, trauriges mit deiner Harfe erlebt? Erzähl uns davon.
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willie
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Re: Die Harfe in der bildenden Kunst

Beitrag von willie »

Ich dachte zum Beispiel an dieses Bild: Caspar David Friedrich, Gartenlaube, 1818, neue Pinakothek, München
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willie
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Re: Die Harfe in der bildenden Kunst

Beitrag von willie »

Aber es gibt auch einige andere Bilder von Caspar David Friedrich, in denen zwei Männer vorkommen, und dann dasselbe Thema auch mit Mann und Frau. „Zwei Männer Männer in Betrachtung des Mondes“ zum Beispiel, und das gibt es auch als Paar, das den Mond betrachtet.

Aber auch der Zusammenhang zur bardischen Überlieferung ist möglich und leuchtet ein, schließlich hat Caspar David Friedrich sich mit dem Thema Ossian beschäftigt.
Zuletzt geändert von willie am Mo 28. Jul 2025, 13:09, insgesamt 1-mal geändert.
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corvinius
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Re: Die Harfe in der bildenden Kunst

Beitrag von corvinius »

In der Dresdener Jubiläumsausstellung gab es noch einige andere Harfenbilder von CDFs Kollegen aus der Dresdener Akademie. War also wohl ein gar nicht so seltenes Motiv in der Romantik! Hab zu den Bildern leider die Maler nicht mehr genau im Kopf. Der reitende Harfner könnte von Ludwig Richter sein.
20241221_120530.jpg
20241221_120237.jpg
20241221_121341.jpg
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Der Juergen
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Re: Die Harfe in der bildenden Kunst

Beitrag von Der Juergen »

Ich habe mir interessehalber mal erlaubt, die Google-Bildersuche zu bemühen.

Saul und David
Gerhard von Kügelgen (1772-1820)
Datierung 1807
Öl auf Leinwand

QUELLE:
https://skd-online-collection.skd.museu ... dex/252900

-------------------
Heimkehrender Harfner
Ludwig Richter (1803–1884)
Datierung 1825
Öl auf Leinwand

QUELLE:
https://www.album-online.com/detail/de/ ... alb5939353
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corvinius
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Re: Die Harfe in der bildenden Kunst

Beitrag von corvinius »

Uuuups: alles schon aufgebarbeitet...

https://www.peterlang.com/document/1074529

Harfenbedeutungen
Ideale, ästhetische und reale Funktionen eines Musikinstruments in der abendländischen Kunst.- Eine Bedeutungsgeschichte

von Bernd Kalusche (Autor:in)
©1986AndereIV, 246 Seiten
Kunstwissenschaften
Reihe: Europäische Hochschulschriften / European University Studies / Publications Universitaires Européennes, Band 69
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Der Juergen
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Re: Die Harfe in der bildenden Kunst

Beitrag von Der Juergen »

Herrje …

Zu diesem Buch habe ich in Gesprächen (möglicherweise auch schon mal schriftlich) schon scherzhaft geäußert, dass es meines Erachtens in den Giftschrank gehört und nicht in die Öffentlichkeit. An eines dieser Gespräche aus dem Jahr 2014 auf dem Treffen des VDH in Viernheim kann ich mich noch gut erinnern. Die spätere Vorsitzende des VDH hatte es geschenkt bekommen und meinte es mir stolz empfehlen zu können. :_shocked_:

Als ich vor fast 15 Jahren die Masterabeit (vielleicht war es auch noch eine Diplomarbeit) einer Studentin bekam und sie etliche Male schlichte Falschaussagen darin hatte, interessierte mich doch sehr, woher sie dieses Zeug hat. In den Fußnoten war dominant dieser Kalusche genannt.

Ich also völlig überteuert antiquarisch diese Publikation bestellt – und voilà, da stehen tatsächlich völlig unreflektiert Dinge drin, die schon etliche Jahre zuvor wissenschaftlich widerlegt waren. Trotzdem wurde beispielsweise in einem in der DDR ansässigen Verlag die lange veraltete Lehrmeinung zitiert … Kalusche wiederum zitiert daraus und die Studentin aus Kalusche. Kurz danach erfuhr ich, dass sie in Berlin nun ihrerseits Studierenden dieses „Wissen“ vermittelt.

Bitte kauft euch das Buch nicht, es mag gut gemeint sein, ist in meinen Augen aber oberflächlich und schlicht an etlichen Stellen falsch.
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willie
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Re: Die Harfe in der bildenden Kunst

Beitrag von willie »

Lieber Corvinius, nochmal zurück zu dem Bild von Caspar David Friedrich. Danke, dass Du das reingestellt hast, eine echte Bereicherung! Nun habe ich nochmal ein bisschen geforscht.

Du schreibst: „Ich sehe stehend einen jungen Mann und sitzend einen älteren, bärtigen Mann. Wäre eher ein Bild der bardischen Traditionsweitergabe.“

Das mit der „bardischen Traditionsweitergabe“ hat mich beschäftigt.

Ich denke inzwischen: „Traditionsweitergabe“ stimmt bei diesem Bild. Caspar David Friedrich hat sich in seinen Bildern von Menschen, meistens Rückenfiguren, unter anderem auch mit „Generationen“ beschäftigt. Am besten sieht man das in seinem Bild: „Die Lebensstufen“, 1835, Museum der Bildenden Künste, Leipzig. Das Bild mit dem alten und dem jungen Mann und ihren Harfen lässt so eine Deutung zu, da hast Du ganz sicher recht!

Bei dem „bardischen“ habe ich aber ausgerechnet bei Caspar David Friedrich meine Zweifel.

Wie alle seine Zeitgenossen hat sich Caspar David Friedrich mit dem „Bardischen“ auseinandergesetzt, und das hieß damals, sich mit Macphersons „Ossian“ zu beschäftigen. – Ihr kennt die Geschichte ja sicher, dieses Werk von 1762, das mehr eine literarische Nachdichtung als eine authentische Überlieferung war, das aber, getreu dem Motto: Alle Missverständnisse sind produktiv, einen unglaublichen Erfolg hatte und zur Inspirationsquelle für mehrere Generationen von Künstlern wurde. Übersetzungen und entsprechende Nachschöpfungen in der Literatur und eine ganze Bilderflut von keltischen Helden war die Folge, und oft hatten die Gestalten, meistens war es Ossian, eine Harfe in den Händen.

Caspar David Friedrich hat da nicht so mitgemacht. Er fand das Neue in der Zuwendung zur Natur und in ihr zum christlichen Glauben. – Es würde hier zu weit führen, das alles auszubuchstabieren, ich erwähne nur seine häufigen Darstellungen von gotischen Kirchen. Und es gibt auch ein sehr eindrucksvolles Bild von ihm: „Vision der christlichen Kirche“, 1822, Museum Schäfer Schweinfurth, auf dem zwei Druiden vor der Vision eines gotischen Altares heftig erschrecken. Für Caspar David Friedrich war das Christentum die Zukunft, an den „Barden“ hatte er keinen Gefallen.

Weil ich mich aber nun mit Macphersons Ossian und den Folgen beschäftigt hatte, bin ich auf eine ganze Reihe Bilder gestoßen, die ich teils kannte, teils noch nicht, und die ich hier mal reinstellen will.
Sie sind fast alle von Zeitgenossen Caspar David Friedrichs.

Bei manchen weiß ich nicht so recht, ob ich sie mag. Es geht halt mal wieder um kriegerische Helden, und immer so viel Pathos… Aber einige sind richtig gute Kunst. Und sie sind alle sehr interessant.

Mal gespannt, wie Ihr sie findet!
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willie
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Re: Die Harfe in der bildenden Kunst

Beitrag von willie »

Hier als erstes Asmus Jakob Carstens, das passt gut zu "Deinem" Bild, Corvinius, zwei Männer, zwei Harfner, Ossian und sein Freund Alpin.
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Re: Die Harfe in der bildenden Kunst

Beitrag von willie »

Weiter geht es mit Philipp Otto Runges "Ossian", auch eine sehr schöne Zeichnung.
Wobei die Harfe sehr merkwürdig ist: Der Korpus ist ein Baumstamm oder ein dicker Zweig. Ist er ausgehöhlt? Nicht erkennbar. Wenn nicht, würde er nicht klingen.
Als Säule ein Schwert, und mitten zwischen den Saiten, quasi als Saite, ein Speer.

Die Figur des Ossian selbst wirkt wie aus dem Felsen gewachsen.

Alles soll wohl sehr archaisch wirken.
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Zuletzt geändert von willie am So 27. Jul 2025, 21:30, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Die Harfe in der bildenden Kunst

Beitrag von willie »

Und dann geht es nach Frankreich, mit einem etwas wirren, aber ebenfalls sehr schönen Entwurf
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