die perfekte Harfe

Du hast etwas schönes, ärgerliches, spannendes, trauriges mit deiner Harfe erlebt? Erzähl uns davon.
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Maira
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Re: die perfekte Harfe

Beitragvon Maira » Mo 14. Jan 2019, 19:09

Bin ich froh daß ich in der Lage bin
meine Taschen selbst herzustellen.
Das ist mir auch schon aufgefallen daß die Taschen nicht
immer gut passen.

An dieser Stelle wären doch mal ein paar schöne Fotos angebracht,
nicht ? :_rolleyes_:
Ich meine die, die letzten Harfenwinter in Lauterbach von einem
besonderen Herrn geschossen wurden, im 1. Stock wenn ich nicht irre ???
Mach doch , was Du willst. Ich mach auch , was ich will.
Aber ich mach das wirklich.

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Der Juergen
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Re: die perfekte Harfe

Beitragvon Der Juergen » Mo 14. Jan 2019, 19:12

Jaja,
alter Mann ist kein D-Zug (ok, heute wäre die DB auch kein Garant mehr, schnell ans Ziel zu kommen) …

Ich stelle sie heute noch hier rein … bisher hatte ich mehr als genug mit den Veranstaltungen zu tun, die ich organisiere.

Und die haben nun mal für mich Priorität ! :_grin_:
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Ume
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Re: die perfekte Harfe

Beitragvon Ume » Mo 14. Jan 2019, 20:36

Natürlich gibt es da zwei grundsätzlich sehr unterschiedliche "Klassen" von Problemen - und dazwischen halt auch eine Grauzone. Klar ist eine Harfe kein Kochtopf sondern ein handwerkliches Unikat aus natürlichen Materialien, welches auch noch enormen Kräften ausgesetzt ist. Vom Reisen und tropischem Wetter mal ganz abgesehen.
Wenn an einer meiner Harfen was scheppert, dann beginne ich die üblichen Verdächtigen als Auslöser durchzuchecken und zu beheben. Ich käme nicht auf die Idee, dies dem Harfenbauer anzulasten. Dass sich bei der ständigen Vibration mal ein Gewinde oder Schräubchen lockert - logisch. Das olle Seiten surren - logisch. Das schlechte Knoten oder lockere Knotenringe oder -scheiben surren - auch logisch. Oder eine schlecht gepolsterte Batterie. Und so weiter...
Wenn ich eine neue Harfe habe und ich finde "Problemchen" dieser Art dann finde ich das "unschön", aber lasse auch da noch Nachsicht walten, hole das Harfenbastelset und behebe sie.
Unsauber "gestimmte" Halbtonklappen an einer neuen Harfe - wo also der Fehler nicht durch Gebrauch/Materialveränderung entstanden ist, sondern einfach durch Schlampigkeit auf der Zielgeraden - sind dann für mich schon in der Grauzone.
Und was leider im Bereich Reklamation liegt, ist dann Sirren/Scheppern, vor allem im Bass, welches durch keinen der aufgeführten Gründe erklärbar ist. Und da wird es leider gaaaanz düster, vor allem bei den Pedalharfen. Auch hierbei steht ja nicht die Aussage im Vordergrund, die Harfe sei "schlecht gebaut" - ich habe im Lauf der Zeit schmerzhaft die Erfahrung gemacht, dass es einen gewissen Prozentsatz an Harfen gibt (ich wage mal die Behauptung, aus nahezu jeder Reihe), bei denen irgendwo ein kleiner Wurm drinsteckt, der dann einfach absolut nicht zu finden ist. Das ist leider die Kategorie "Pech" - die ich auch gerade mit meiner Delta habe (welche aber, so zumindest die Ankündigung, scheinbar problemlos ausgetauscht werden wird). Ich gehe hier auch nicht davon aus, dass "die Delta" schlecht ist, sondern dass ich eben oben beschriebenes Pech hatte.

Also ich glaube hier geht es gerade weniger um Frust oder schon gar nicht darum, vom Leder zu ziehen - sondern im Gegenteil genau um die interessante Frage, wo bei Harfen eigentlich dieser schmale Grad zwischen "natürlicher Schwankung/Pflegeaufwand" und "Mangel" liegt.
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Ume
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Re: die perfekte Harfe

Beitragvon Ume » Mo 14. Jan 2019, 21:16

Nun zu meiner PERFEKTEN Harfe - denn ich habe sie tatsächlich!
Für mich natürlich, denn in diesem Zusammenhang ist perfekt wohl etwas ziemlich Individuelles. Und um es gleich vorweg zu schicken, auch diese hat schon mal gescheppert, was aber eben genannte "Problemchen" waren, kein Mangel an der Harfe.
Meine Einfachpedalharfe von Otto Zangerle aus Ebbs in Tirol. Hier hat sich Otto auf ein durchaus riskantes Projekt eingelassen, als ich ankam, ich bräuchte eine große Pedalharfe, mit hochgezogener Schulter, damit sie die richtige Höhe hat, wenn ich sie stehend spiele, während sie aber mit dem Fuß auf dem Boden stehen muss, da ich ja die Pedale treten will. Ach ja, und weil ich nicht fliegen kann (Schade!) brauche ich alle 7 Pedale bitte unten links, am besten zweireihig übereinander, denn sonst muss ich ja ständig von einem auf den anderen Fuß hüpfen. Und sie brauchen bitte kein "L" zum einklinken sondern eine Niere, damit ich die Töne schleifen kann. Und trotz der veränderten Mensur hätte ich gern eine höhere Saitenspannung als bei seiner klassischen Volksharfenmensur, denn meine Harfe soll ja im Folk-Jazz-Crossover gut klingen. Und - sonst wird's ja langweilig - für eben diesen Einsatzzweck wäre es einfach soooo toll, wenn der Hals oben auf der Säule (nicht rund bitte) aufsitzen könnte, wie bei einer keltischen Harfe, nicht im Anstoß wie bei Volks- oder Konzertharfen... Ach ja, und leicht wäre gut und außerdem total stabil, weil sie muss ja dauernd rumfahren. Usw.
Um nicht offtopic zu werden ist jetzt Schluss: wenn ihr mögt stelle ich euch die Harfe mal im Unsere-Harfen-Thread vor.

Jedenfalls ziehe ich noch heute meinen Hut vor Otto, seinem Mut, Erfindungsgeist, seiner handwerklichen Kunst sowie auch seiner Fähigkeit, sich so intensiv mit meinen Ideen und Entwürfen auseinanderzusetzen, bis sie ihm bis ins letzte Detail klar waren und er sie mechanisch übersetzen konnte.
Am Beispiel dieser "perfekten" Harfe in Verbindung mit meinen Erfahrungen vorher kann ich Folgendes zu Pedalharfen sagen:
Was das Surren betrifft, gibt es da zwei Gefahrenquellen: der Weg der Züge, die die Pedalstellung mit der Halbtonmechanik verbinden und die Mechanikplatten selbst, die alle parallel auf engstem Raum oben im Harfenhals liegen. Ich habe für mich festgestellt, dass es für eine Pedalharfe, die viel reist, von Vorteil ist, wenn die Saiten oben mittig aus dem Harfenhals ausgeleitet werden, anstatt an der linken Seite. Insbesondere bei den kleineren, leichteren Pedalharfen, deren Züge nicht durch eine verstärkte Säule laufen, sondern hinten durch den Resonanzkörper - neigt sich die Säule nur ein klein wenig (was ein unvermeidlicher Vorgang ist außer es steckt eben vorn ein Stahlrohr drin), dann geht es ratzfatz, dass im Hals Plattenteile aneinander geraten. Wenn das passiert - schlecht. Dann beginnt man, Watte reinzustopfen... ABER die Gefahr einer Neigung der Säule ist bei meiner Folkjazz-Harfe weitgehend gebannt durch das mittige Auslaufen der Saiten und genügend Platz im Hals für die mechanischen Teile.
Mit all dem anderen Scheppern und Sirren kann sie aufwarten wie jede andere Harfe auch, aber es sind immer die bekannten Gründe und diese kann ich dann ja beheben.
Ich hatte schon zwei Pedalharfen vorher, die beide leider verschleißbedingt in der Mechanik zu surren begonnen haben, was nicht mehr behebbar war. Ich glaube, die richtig großen Panzer sind dagegen wieder besser gefeit, weil sie halt diesen Kräften entsprechend verstärkt sind.
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Re: die perfekte Harfe

Beitragvon Der Juergen » Di 15. Jan 2019, 02:35

Bin ich froh daß ich in der Lage bin
meine Taschen selbst herzustellen.
Das ist mir auch schon aufgefallen daß die Taschen nicht
immer gut passen.

An dieser Stelle wären doch mal ein paar schöne Fotos angebracht,
nicht ? :_rolleyes_:
Ich meine die, die letzten Harfenwinter in Lauterbach von einem
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Nun sei dein Wunsch erhört, liebe Maira :_kiss_: … nicht nur Harfentasche, sondern auch die Harfe selbst.
Falls du das woanders im Forum platziert haben möchtest, bitte die Admins um eine Verschiebung.

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Re: die perfekte Harfe

Beitragvon Tinka Bell » Di 15. Jan 2019, 07:18

Na, das ist ja interessant hier!
Liebe Ume, auf die Vorstellung deiner Harfe im Vorstellungsthread wäre ich auch sehr gespannt, vor allem wegen der Pedale auf einer Seite :_shocked_:

Die Fotos sind ja toll! Gefällt mir sehr gut die Harfe! Die Lösung mit dem "halben Harfenschutz" für die Klappen auch sehr gut. Das gibt es standardmäßig nicht zu kaufen, soweit ich weiß.
Ich überlege grade, ob man nicht im Zweifel auch ein kleines Spannbett-Tuch (für Babybetten) verwenden könnten, wenn man gar nichts hat oder evtl. einen glatten Kissenbezug. Ist nicht optimal, aber ginge, wobei hier ja offensichtlich festeres Material gewählt wurde, damit nichts hängenbleibt. Schön!
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Re: die perfekte Harfe

Beitragvon merit » Di 15. Jan 2019, 10:02

Ich lese hier munter mit und habe mich bei sehr interessanten Gedankengängen ertappt :-). Ich dachte: "naja, irgendwas ist halt immer. Das bißchen Schnarren und Klappern, da muß man sich halt beim Spielen ein bißchen anpassen...."

Und dann dachte ich an die vielen Geiger und die nicht so vielen Querflötisten, Klarinettisten und Co. in meinem Kollegenkreis....die würden nichts dergleichen an ihren Instrumenten tolerieren - und wenn was ist, geht man auf schnellstem Wege zum Instrumentenbauer und läßt es beheben.
Gleiches gilt wohl für Pedalharfenisten. Und stellt Euch mal ähnliche Probleme bei einem Konzertflügel und die Reaktion des dazugehörigen Musikers vor....:-)

Spannend, oder? Ich glaube, das ist genau der Unterschied zwischen etablierten Instrumentenbau hauptsächlich für den Klassiksektor und "Exoteninstrumenten".

Herzliche Grüße! Merit Zloch

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Re: die perfekte Harfe

Beitragvon Tinka Bell » Di 15. Jan 2019, 13:59

Merit, die von dir aufgezählten Instrumente sind mitunter nicht so "störanfällig", denke ich. Ich spiele jahrzehntelang Klavier und da war nie etwas dran und auch diverse Gitarren oder Querflöte in der Familie haben nie ein Problem gemacht.
Bei meinen Harfen würde ich das auch nicht tolerieren, weil es mich einfach nerven würde - Nebengeräusche gehen gar nicht und Baumängel gehören behoben. Aber bislang habe ich ja wirklich ziemlich Glück :_cool_:
Bei einer Harfe ist eben viel Störanfälliges verbaut, insofern die Gefahr einfach gegeben, dass da auch mal was nicht so funktioniert. Sollte nicht sein, aber ist anscheinend so. Und der nächste Harfenladen bzw. Harfenbauer ist dann weit weg. Vielleicht wird deshalb auch einiges toleriert?
Der Profimusiker toleriert das nicht, da er davon lebt.
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Re: die perfekte Harfe

Beitragvon merit » Di 15. Jan 2019, 15:09

Liebe Tinka Bell, gute Idee! Aber ich würde mal dreist behaupten, daß potentiell an einem Klavier mehr störanfällig ist als an einer Harfe. Schon allein die komplexe Mechanik und die hohen Saitenspannungen....mannomann!

All das ist meines Erachtens aber mittlerweile so konstuiert, daß die Störanfälligkeiten (größtenteils, ich bin mit einem Klavierbauer befreundet, da geht gerade an Musikhochschulen schon immer ordentlich und regelmäßig was kaputt :-)) behoben sind. Das macht, glaube ich, den Unterschied.

Meiner Erfahrung sind auch Profis ganz verschiedenen tolerant gegenüber Macken ihrer Instrumenten - sowohl im Klassik- als auch im Popularmusiksektor. So z.B. spielt ein mir bekannter Bordunmusiker und Maultrommelspezialist, der viel mit Alte-Musik-Ensembles spielt, auf den dollsten Instrumenten, was den Wartungszustand anbelangt, und befindet sich dabei ziemlich wohl :-)

Herzliche Grüße, Merit Zloch

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Re: die perfekte Harfe

Beitragvon Der Juergen » Di 15. Jan 2019, 16:10

Ich empfehle – analog zum Klavier – den Rahmen der Harfen aus Grauguss (vulgo: Gusseisen) herzustellen, dann werden einige Probleme sicher weniger ins Gewicht fallen … :_grin_:
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