Metallsaitenharfe

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Metallsaitenharfen haben Saiten aus dünnen Metalldrähten. Als Material für die Saiten werden je nach Ausführung Stahldrähte, Phosphorbronzedrähte, aber auch Silber- und Golddrähte verwendet. Metallsaitenharfen haben klassischerweise keine Umstimmvorrichtungen; heute gibt es aber auch zahlreiche moderne Metallsaitenharfen mit Halbtonklappen.

Der Klang einer Metallsaitenharfe zeichnet sich durch ein außerordentlich reiches Obertonspektrum und ein langes Nachschwingen der Saiten. Der Klang gleicht eher dem eines Cembalos oder Glockenspiels als dem einer darmbespannten Harfe.

Geschichte und Entwicklung

Die Metallsaitenharfe("Clarsach") ist die klassische Harfenform des mittelalterlichen Irlands und des schottischen Hochlands. Dort sind einige Metallsaitenharfen erhalten, die mehrere hundert Jahre alt sind, so z.B. die Trinity College Harp, die das Wappen der Republik Irland ziert.

Bauweisen

Die alten Irischen Harfen hatten einen Korpus, der aus einem einzigen Stück Holz ausgehöhlt wurde und hatten damit eine längst gemaserte Schalldecke. Auch heute noch werden Harfen auf diese traditionelle Weise gebaut, es gibt heute allerdings auch Metallsaitenharfen mit verleimtem Korpus mit quer gemaserter Schalldecke.

High Headed und Low Headed

Es gibt zwei unterschiedliche Bauformen: Harfem vom Typ "high headed" haben ein langen, weit nach oben laufenden Hals. Diese Harfen sind größer und sehen trotzdem schlank aus, die Saiten werden im Bass dadurch länger.

Harfen vom Typ "low headed" haben einen kurzen, gedrungeren Hals, der nicht nennenswert höher als das Knie läuft. Low headed Harfen sind in der Regel deutlich kleiner.

Historische Beispiele

Spielweise

Für die Metallsaitenharfe hat sich eine anspruchsvolle Spieltechnik entwickelt, die sich grundlegend von der Spieltechnik anderer Harfen unterscheidet. Metallsaitenharfen werden in der Regel mit den Fingernägeln gespielt, nicht mit den Fingerkuppen. Im Harfenbau kann deshalb der Abstand der Saiten deutlich geringer sein. Die Fingerkuppen werden zum Dämpfen benutzt. Das ist notwendig, da durch das Obertonspektrum und den langen Nachhall sonst unerwünschte Schwebungen auftreten würden. Ein Finger, der gerade eine Saite gespielt hat, wird oft sofort danach zum Abdämpfen nicht mehr erwünscher Saitenschwingungen wieder auf eine (andere) Saite zurückgelegt. Eine genaue Beschreibung der einzelnen Patterns findet sich als freier Download hier.

Weblinks