Oberflächenbehandlung

Aus Harfenwiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Oberflächenversiegelung bei Harfen. Im folgenden werden die Gängigsten kurz erklärt.

Acryllack

Einige Harfen haben eine Oberfläche aus Acryllack. Dadurch ergeben sich folgende Eigenschaften:

Vorteile:

  • Hohe Feuchtigkeitsbeständigkeit. Die Oberfläche des Holzes ist dicht. Dadurch kann Luftfeuchtigkeit nur sehr erschwert ins Holz diffundieren.
  • Leicht zu verarbeiten. Gerade für die Serienfertigung gibt es eine Vielzahl von technischen Lösungen für einen gleichmäßigen Lackauftrag. Nacharbeiten ist nicht notwendig.
  • Lack überdeckt Holzfehler
  • In einer Vielzahl von Farben erhältlich.
  • dauerhaft, keine Pflege notwendig

Nachteile:

  • Beschädigungen sind schwer "unsichtbar" auszubessern.
  • bei größeren Beschädigungen erschwert eine Lackoberfläche die Demontage der Harfe.
  • Lack überdeckt Holzfehler

Schellack

Schellack ist eine klassische Oberflächenbehandlung des Instrumentenbaus.

Vorteile:

  • Hohe Beständigkeit gegen Luftfeuchtigkeit. Aber Vorsicht: Schellack ist zwar nicht wasserlöslich, kann aber quellen und ist deswegen nicht als wasserfest zu betrachten.
  • Hochglanzpolitur möglich.
  • Edles Aussehen
  • harte Oberfläche
  • dauerhaft, keine Pflege notwendig

Nachteile:

  • schwer zu Verarbeiten, sehr aufwändig, insbesondere die Hochglanzpolitur.

Ölen und Wachsen

Eine weit verbreitete Art der Oberflächenbehandlung ist das Ölen, ggf. mit einer anschließenden Behandlung von Wachs. Das Öl dringt oberflächlich ins Holz ein. Überschüssiges, auf der Oberfläche aufliegendes Öl wird vor dem Trocknen entfernt. Wachs liegt auf der Oberfläche auf.

Vorteile:

  • wird als natürliche Oberfläche empfunden
  • leicht zu verarbeiten, wenn auch nicht ganz unaufwändig.
  • polieren einer Wachsoberfläche möglich, aber nicht bis zu Hochglanz
  • auch vom Laien werden schnell gute Ergebnisse erzielt.
  • gut auszubessern, oberflächliche Beschädigungen werden einfach ausgeschliffen, dann wird die Oberfläche nachbehandelt. Nach dem Nachdunkeln des Holzes ist kein Ansatz mehr erkennbar.

Nachteile:

  • wasserempfindlich
  • v. a. gewachste Oberflächen nehmen leicht Schmutz auf

Bitte nicht irgendein Öl nehmen! Leinöl ist in allen Holzölen enthalten und ist die für das ausharzen wichtige, harzliefernde Komponente. Leinöl selbst härtet jedoch nur sehr, sehr langsam aus. Leinölfirnisse enthalten Trocknungsbeschleuniger. Andere Öle (z. B. Olivenöl) sind völlig ungeeignet!

Das Wachsen soll die Poren des Holzes füllen und macht das Holz zum Seidenglanz polierbar. Carnaubawachs ist das härteste verwendete Wachs, es ist deutlich widerstandsfähiger als das im Möbelbau gerne verwendete Bienenwachs.

Es gibt im Handel auch wachshaltige Öle. Im Harfenforum wird gerne KUNOS-Naturöl-Siegel empfohlen.

Beizen

Das Beizen ist keine Oberflächenversiegelung. Es dient lediglich der Farbgestaltung. Anders als ein Lack, der auf der Oberfläche aufliegt, dringt Beize oberflächlich ins Holz ein und färbt "von innen". Beim Beizen bleibt deswegen grundsätzlich der Holzcharakter erhalten.

Im Anschluss muss immer eine versiegelnde Oberflächenbehandlung durchgeführt werden.

Vorteile:

  • leicht zu verarbeiten, auch vom Laien werden schnell gleichmäßige Ergebnisse erzielt.
  • viele Farben erhältlich

Nachteile:

  • kleine Beschädigungen treten deutlicher hervor, weil der Ursprungsfarbton durchblitzt. Beschädigungen sind nicht ganz leicht unsichtbar zu beseitigen.
  • keine Oberflächenversiegelung.